Statement

Kuratorisches Statement

Ausstellungen und Projekte so zu konzipieren, dass sie als sinnliche und radikale Statements zum Zustand der Gesellschaft unserer Zeit wahrgenommen werden, ist mir ein Anliegen. Dabei empfinde ich es als Glücksfall, mit zeitgenössischen Künstlern arbeiten und gleichzeitig auf die Kunst des 20. Jahrhunderts zurückgreifen zu können, um historische und gesellschaftliche Themen und Umbruchsituationen zu markieren. So in der Ausstellung Marc, Macke und Delaunay, in der deutsch-französische Künstlerfreundschaften am Vorabend des Ersten Weltkriegs im Mittelpunkt standen, und in der Anderen Seite des Mondes, einer Ausstellung über europäische Künstlerinnen, ihre Kommunikationsstrukturen und Netzwerke in den 1920er Jahren.

Bei Projekten und Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, wie bei der Intensif-Station, 2010, und im Langzeitprojekt Künstlerräume im K21 provoziere ich hingegen eine Auseinandersetzung mit den institutionellen Bedingungen vor Ort, der Architektur, der künstlerischen Nachbarschaft, aber auch dem Publikum. Die direkte, persönliche Zusammenarbeit ist mir wichtig, denn eine künstlerische Haltung entfaltet sich in ihrer ganzen Intensität vielfach erst durch den Dialog und die unmittelbare Bearbeitung des Raumes. Die Auseinandersetzung mit den Produktionsbedingungen des Hauses erzwingt größtmögliche künstlerische Konzentration und bewirkt eine einmalige Konstellation und Dichte des Werkes.

Susanne Meyer-Büser
Susanne Meyer-Büser
Susanne Meyer-Büser
Kurator | Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen | Düsseldorf
 
Schlagworte
Zeitgenössische Kunst
Klassische Moderne
Installation
Künstlerräume
Architektur

Kontact:
Susanne Meyer-Büser