Ruth Noack

Biografische Informationen

Ruth Noack, 1964 in Heidelberg geboren ist als Kuratorin und Autorin tätig und lebt mit ihren Kindern in Wien.

Nach dem Abitur studierte Noack in den USA und England u.a. feministische Theorie, audiovisuelle Medien und Kunst. 1999 schloss sie ihr Kunstgeschichtsstudium mit einem feministischen Thema an der Universität Wien ab (Subjektivierungsprozesse in der bildenden Kunst am Beispiel des Frühwerks von Lynn Hershman). Inzwischen war sie als Übersetzerin, Kunstkritikerin und Ausstellungsmacherin tätig geworden. Ihren interdisziplinären Ansatz, der auch Filmtheorie miteinschloss, verfolgte sie in all ihren Tätigkeiten. Ab 2000 kam die universitäre Lehre hinzu. 2002-2003 war sie Präsidentin der österreichischen Sektion der Internationalen Vereinigung der Kunstkritiker AICA; als Jurymitglied machte sie sich u.a. 2006 und 2008 für den CCAA (Chinese Contemparary Art Award) stark.

In „Szenen einer Theorie“ thematisierte Noack 1995 Kunst und Film als Akteure von Theoriebildung. Als Reaktion auf den österreichischen Rechtspopulismus hob sie 2000 in „Dinge die wir nicht verstehen“ die politische Rolle der ästhetischen Autonomie hervor. In der Serie „Die Regierung“ befasste sie sich mit Fragen der Gouvernementalität (diese Ausstellungen wurden gemeinsam mit R. M. Buergel konzipiert und durchgeführt.)

Von 2005 an verantwortete Ruth Noack als Kuratorin die documenta 12, die 2007 in Kassel stattfand. Neben dem Fokus auf die Bildung eines emanzipierten Publikums, wurden Arbeiten von Künstlerinnen in den Mittelpunkt gerückt (u.a. Charlotte Posenenske, Martha Rosler, Mary Kelly) und zeitgenössische Möglichkeiten globalen Ausstellens ausgelotet.

In den Rahmen ihrer zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträge fallen monografische Texte zum Werk von Eva Hesse, Alejandra Riera, Danica Dakic, Ines Doujak, Mary Kelly. Hinzugekommen sind in den letzten Jahren Fragestellungen der Globalisierung und des Ausstellungsmachens. Derzeit befasst sie sich mit einem Forschungsprojekt zum Konzept des translokalen Museums.

Ausstellungen (Auswahl)

  • "Burak Delier, Ines Doujak, Andreas Savva", Action Field Kodra, Thessaloniki-Kalamaria (2008)
  • "documenta 12", Kassel (2007)
  • "Die Regierung - Be what you want, but stay where you are", Witte de With, Rotterdam (2005) (*)
  • "Die Regierung - Paradiesische Handlungsräume", Secession, Wien (2005) (*)
  • "Die Regierung - How do we want to be governed? (Figure and Ground)", Miami Art Central, Miami (2004) (*)
  • "Die Regierung - Handlungen, die Handlungen setzen", Kunstraum der Universität Lüneburg (2004) (*)
  • "Die Regierung - Die Universität ist eine Fabrik", Kunstraum der Universität Lüneburg (2004) (*)
  • "Die Regierung – Eröffnungsausstellung" (*), Kunstraum der Universität Lüneburg (2003)
  • "Formen der Organisation/Organisational Form", Kunstraum der Universität Lüneburg, Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Galerija Škuc Ljubljana (2001 – 2003) (*)
  • "Dinge, die wir nicht verstehen", Generali Foundation, Wien (2000) (*)
(*) Co-Kuration mit Roger M. Buergel

Ruth Noack 2009, Copyright: Marianne Menke
Ruth Noack
Kuratorin und Autorin, Wien

Schlagworte
Gegenwartskunst
Gender/Feminismus
Globalisierung
Interdisziplinäre Projekte
Kultur- und Wissensproduktion
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Ruth Noack