Petra Reichensperger

Biografische Informationen

Dr. Petra Reichensperger, geboren 1966, arbeitet als Autorin und freie Kuratorin

Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaften und Ästhetischen Praxis in Hildesheim promovierte sie 2000 über die Kategorie des Anti-Illusionismus im Kunstdiskurs der 1960er-Jahre und die Arbeiten von Eva Hesse. 2000–2002 folgte eine wissenschaftliche Assistenz an der Hamburger Kunsthalle. Dort war sie an zwei Sammlungsausstellungen beteiligt und kuratierte „Hilka Nordhausen. Montags Realität herstellen“ (2001). Im Außenraum realisierte Reichensperger bislang „Berlin Alexanderplatz. Urban Art Stories“ (2005); 2010 und 2011 folgten weitere Interventionen als Mitinitiatorin. 2008 bis 2009 war sie als künstlerische Leiterin für den Ausstellungsraum und die Stipendienstätte M.1 der Arthur-Boskamp-Stiftung in Hohenlockstedt verantwortlich, 2010 für das Goethe-Institut-Projekt „Raum für Raum“, das in Zentralasien und Osteuropa stattfand. Während ihrer Direktion des Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst (2011–2013) wurden für zahlreiche Ausstellungen gemeinsam mit den Künstlern und dem Team neue Arbeiten produziert. 2013 war sie künstlerische Leiterin des Festivals „Testing (Re-)Production“, das am Muzeum Sztuki, Łódź, stattfand. Zuletzt war sie für die Sammlung Generali Foundation zuständig und kokuratierte am Museum der Moderne Salzburg zwei Sammlungsausstellungen.

In ihrer publizistischen Tätigkeit befragt Petra Reichensperger zum einen das Verhältnis von Theatralität und Performativität, von Verräumlichung und Verzeitlichung, von Kunst und Öffentlichkeit, zum anderen beschäftigt sich mit der Ausstellungsgeschichte. Ihr Buch „Eva Hesse – Die dritte Kategorie“ ist 2005 im Silke Schreiber Verlag, München, erschienen; im selben Jahr gab sie „The Making of Alex“ im Revolver Verlag, Frankfurt/Main, heraus, 2010 folgten Künstlerpublikationen und „Never Trust a Curator“ beim Textem Verlag, Hamburg, und 2013 „Begriffe des Ausstellens (von A bis Z)“ bei Sternberg Press, Berlin.

Seit 2005 gibt Reichensperger regelmäßig kunstwissenschaftliche Seminare; seit 2007 leitet sie Workshops zur Genese von Ausstellungen. Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt widmet sich der Materialisierung von Kunstwerken in und für Ausstellungen. Die Frage nach dem Ausstellungsformat spielt dabei ebenso eine große Rolle wie jene, wer welche Rechte besitzt. Diese und andere Fragen rund um die Neuproduktion einer Arbeit und um die Erschließung einer Sammlung beschäftigte sie auch 2016 während eines Research-Library-Stipendiums am Getty Institute.

Bereits zuvor erhielt Petra Reichensperger verschiedene Reise- und Forschungsstipendien, 2006 für Ungarn (Projekt Relations e. V.) und für Südostasien (Goethe-Institut), 2002 für den Trinationalen Volontärsaustausch (verbracht am ARC, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris), 1994/95 für die USA (NaFöG, DAAD).

Petra Reichensperger 2006, Copyright: Petra Reichensperger
Petra Reichensperger
Freie Kuratorin

Schlagworte
Gegenwartskunst
Kunst im öffentlichen Raum
Theorien der Öffentlichkeiten
Film/Video
Installationen
Minimalismus
Konzeptkunst
Crossover
Ausstellungspraxis

Kontakt:
Petra Reichensperger