Angelika Richter

Kuratorisches Statement

Als künstlerische Leiterin der Werkleitz Gesellschaft e.V. in Halle (Saale) gehörte zu den Schwerpunkten meiner dreijährigen Arbeit (2003-2006) unter anderem der Aufbau einer Plattform zur Realisierung, Unterstützung und Begleitung von Projekten der KünstlerInnen und KulturproduzentInnen vor Ort sowie die Schaffung einer größeren Öffentlichkeit für ihre Arbeit. Durch zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Stipendienprogramme konnten im Gegenzug aktuelle Produktionen internationaler zeitgenössischer Kunst in die Stadt geholt werden. Die Zusammenarbeit mit StudentInnen der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein, aber auch mit der Martin-Luther-Universität Halle sowie den Akademien in Leipzig und Weimar waren Anliegen der institutionellen und kuratorischen Praxis.

Die Beschäftigung mit Ansätzen von Kunst- und Kulturproduktion sowie mit kuratorischen und institutionellen Modellen unter verschiedenen kulturellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Gegebenheiten wurde durch meine Arbeit als unabhängige Kuratorin, durch meine Mitarbeit bei der Liverpool Biennale in Großbritannien und in der darauf folgenden Zeit als Leiterin und später als Ko-Kuratorin der Werkleitz Biennale möglich.

Als Kuratorin habe ich mich in den 1990er Jahren explizit mit Medientheorie und Medienkunst befasst. Dabei spielten die Wechselwirkung zwischen kinematografischem Film und der Medienkunst, kritische Strategien und Techniken der De-Konstruktion des Films, die Montage von found-footage und der rezeptive Einsatz filmischer Struktur und Ikonografie in der Videokunst und im künstlerischen Film eine entscheidende Rolle.

Für die Entwicklung kuratorischer Konzeptionen interessieren mich neben formalästhetischen Kriterien aktuelle Fragestellungen, die für kunstwissenschaftliche Diskurse und künstlerische Praxis relevant sind und nicht zuletzt aus ihnen heraus generiert werden. Die thematische Bandbreite reicht dabei von Auseinandersetzungen mit nicht-öffentlichen und privaten Verhältnissen über Fragen nach Eigentumsverhältnissen und dem freien Zugriff auf Kunst, Wissen und Information bis hin zu der künstlerischen und kuratorischen Untersuchung von der individuellen und gesellschaftlichen Bedeutung von Glauben und von der Pluralität von Glaubenssystemen in unserer Gegenwart.

Angelika Richter (2006)

Angelika Richter 2006, Copyright: Angelika Richter
Angelika Richter
Freie Kuratorin | Berlin

Schlagworte
Gegenwartskunst
Film/Video
Medienkunst
Interdisziplinäre Projekte

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Angelika Richter