Kuratorisches Statement
Wer die gegenwärtige Kunstsituation ernst nimmt, lässt Kunst deutlicher als bisher auf soziale Kommunikationszusammenhänge orientieren, ohne diese gleich in Pseudo-Dienstleistungs-Angeboten zu verwässern. Dabei wird Kunst nicht unbedingt vom Bild bzw. einer Objektbezüglichkeit abgelöst. Die Erkenntnis, dass Erfindungen in der Kunst lediglich auf der Ebene der technischen Apparate zu machen sind, provoziert gleichzeitig ein gesteigertes Interesse an ihren Inhalten.
Der Kurator selbst muss kein Gedanken-Akrobat sein. Er muss uns nicht mit einem Austauschprozess sogenannter Innovation überraschen und auch keine Theorie zur Erschließung der ästhetischen Konstruktion anbieten, weil jenes Maß an Überraschung, welches eine Ausstellung/ein Projekt bereit hält, auf der leicht zugänglichen Ebene des Dialogs unterschiedlicher Bildgedanken stattfindet, die ja alle um die zersplitterten Spiegelbilder unserer aus den Koordinaten brechenden Existenz kreisen.
Der Kurator muss also nicht vor der Kunst stehen. Es genügt, wenn er in ihrem Schatten steht.



Christoph Tannert



