Thomas Weski

Kuratorisches Statement

Die zeitgenössische deutsche Fotografie erhält zur Zeit große internationale Anerkennung. Obwohl es zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen in diesem Bereich gibt, befassen sich paradoxerweise in Deutschland nur wenige Institutionen kontinuierlich mit Fotografie. Ich versuche mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass Fotografie als gleichberechtigte künstlerische Ausdrucksform akzeptiert und in die Bildende Kunst integriert wird.

Dabei interessiert mich die Form der Fotografie am meisten, die sich innerhalb ihrer medialen Grenzen bewegt. In Einrichtungen mit verschiedenen Aufträgen, an Museen und Kunsthallen, habe ich seit 1987 Ausstellungen internationaler zeitgenössischer Fotografie durchgeführt. Besondere Beachtung fanden dabei die großen thematischen Ausstellungen seit 2000, die bestimmte künstlerische Haltungen in der Geschichte der Fotografie anhand ausgewählter Positionen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute vorstellten. Ich wünsche mir, dass die Infrastruktur für Fotografie weiterhin gefestigt und ausgebaut wird. Denn nach wie vor stellen sich mir viele Fragen: Warum existiert kein nationales Museum für Fotografie, warum ist die Fotografie in nicht einmal einer Handvoll der bedeutenden deutschen Museumssammlungen vertreten? Warum schafft kein deutsches Museum ein institutionelles Gegenüber zu den Fotografieabteilungen der großen amerikanischen Museen wie dem Museum of Modern Art, dem Metropolitan Museum of Art oder dem Getty Museum? Warum gibt es so gut wie kein Lehrangebot zur Theorie und Geschichte der Fotografie an den Universitäten, Akademien und Kunsthochschulen?

Thomas Weski (2006)

Thomas Weski 2006, Copyright: Haus der Kunst München
Thomas Weski
Kurator | Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt | Berlin

Schlagworte
Gegenwartskunst
Fotografie

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Thomas Weski