Harriet Zilch

Kuratorisches Statement

Für meine Arbeit als Kuratorin für zeitgenössische Kunst hat das lateinische Wort curare: „Sorge tragen“ große Bedeutung. Es ist eine der wesentlichen Aufgaben gegenwärtiger Kunst, essentielle gesellschaftliche Fragen und Tendenzen in der Kunstproduktion zu verhandeln. Ich sehe meine zentrale Funktion darin, dafür Sorge zu tragen, dass KünstlerInnen ihren individuellen Kosmos im Ausstellungskontext darstellen können und ihre Kunstwerke ihre visuelle wie ästhetische Kraft entfalten.

Einen besonderen Stellenwert haben dabei für mich KünstlerInnen, die mit Beharrlichkeit und einer gewissen Skepsis auf eine Welt blicken, die sich immer schneller von immer neuen Trends infizieren lässt. Mein Interesse richte ich auf künstlerische Positionen, denen anzumerken ist, dass sie eine inhaltliche wie visuelle Aussage treffen wollen, die auch morgen noch Bestand hat; Positionen, die sich mit einer neuen Sicht- und Herangehensweise einer Fragestellung nähern; Positionen, die sowohl in ihrer diskursiven Qualität als auch mit ästhetischer Präzision überzeugen können.

Dabei wird der Betrachter – im Idealfall – als aktives Gegenüber thematisiert. Ein Kunstwerk soll den Ausstellungsbesucher überraschen und eine Auseinandersetzung provozieren, denn ohne diese Rolle wäre es, so Félix González-Torres, „another boring Minimal piece of shit sitting on the floor, and that is not what my work is all about.”. Denn meist sind es die künstlerischen Positionen, die uns herausfordern, die polarisieren und uns zweifeln lassen, die sich im Gedächtnis dauerhaft verankern.

Harriet Zilch
Harriet Zilch
Harriet Zilch
Kuratorin | Kunsthalle Nürnberg

Schlagworte
Gegenwartskunst
Film/Video
Fotografie
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Harriet Zilch
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