Surface Gesellschaft für Gestaltung – visuelle Kulturkommunikation

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1997 gründete Markus Weisbeck ein Studio für visuelle Gestaltung in Frankfurt und spezialisierte sich auf das Themenfeld Kultur. Schon nach kurzer Zeit eröffnete er eine Dependance in Berlin, mittlerweile beschäftigt er 12 Mitarbeiter und prägt die Erscheinungsbilder von zahlreichen Kulturinstitutionen und Kunstevents.
Flyer, Plattencover und Websites für Clubs, DJs und Musiker gestalten – das waren die ersten Jobs, die Markus Weisbeck noch während des Studiums der visuellen Kommunikation erledigte. Die Plattencover für Sven Väth wurden seine Visitenkarte zum Einstieg in das Clubdesign. Zu seinen ersten Kunden gehörte auch Shantel (alias Stefan Hantel) und der Bucovina Club, ein inzwischen international bekanntes Orchester, das sich dem Balkan Pop verschrieben hat. Seinen Film Auf der anderen Seite ließ der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin von Shantel vertonen, der mit einer Gruppe von Blasmusikern, Geigenspielern und Gitarristen die wilden schnellen osteuropäischen Tanzrhythmen neu interpretierte. |
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Corporate Cultural Design
Vorbilder findet Weisbeck bei international tätigen Gestaltern, die erfolgreich für global agierende Wirtschaftsunternehmen arbeiteten, wie Massimo Vignelli, der italienische Designer, der das Leitsystem für die New Yorker U-Bahn 1972 neu gestaltete und die Corporate Identity von Firmen wie Knoll International, American Airlines, Bloomingdale's, Cinzano oder United Colors of Benetton prägte. Oder Paul Rand, der als Berater von IBM ein bemerkenswertes und sehr erfolgreiches Corporate-Identity-Konzept entwickelte, das über Jahrzehnte das Firmenimage bestimmte. Um ein erfolgreiches Corporate Design für eine kulturelle Einrichtung oder ein künstlerisches Produkt zu entwickeln, bedarf es allerdings besonderer Sensibilität. Markus Weisbeck „seziert“ dabei das Produkt kenntnisreich, tastet es ab, zerlegt es in einzelne Bestandteile und verdichtet die so gewonnenen „Essenzen“ zu spezifischen Bildern, Bildreihen oder Logos. So ist es auch zu erklären, dass es zwischen den Designs für die Städelschule, das Historische Museum in Frankfurt oder den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2009 kaum Ähnlichkeiten gibt. Die „Handschrift“ von Surface wird nie so dominant, dass die Eigenheit der Kulturmarken dahinter verschwindet. |
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Durch die enge Zusammenarbeit mit den Künstlern bestehen selbst zwischen den Postern, Einladungen und der Website des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig 2007 und 2009 keine Ähnlichkeiten – ebenso wenig wie zwischen den dort präsentierten Arbeiten von Isa Genzken und Liam Gillick. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Katalog- und Künstlerbuchgestaltungen entstanden, häufig in Zusammenarbeit mit dem Partner Sternberg Press in Berlin. Derzeit arbeitet Surface am Corporate Design der neu gegründeten Siemens Stiftung.
Kampagne für Forsythe
Zu den langjährigen Kunden von Surface zählt die Ballettkompanie des Choreografen William Forsythe, deren feste Spielorte das Bockenheimer Depot in Frankfurt und das Festspielhaus Hellerau in Dresden sind. Forsythe ist dafür bekannt, das klassische Ballett als einen Fundus von Ideen aufzufassen, die ihm reiches Potenzial für neue gestalterische Strukturen bieten. Mit der gleichen kongenialen Kreativität gestaltet Markus Weisbeck mit seinem Team seit Jahren die Banner, Plakate, Flyer, Broschüren, Anzeigen und die Website.
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In der Saison 2009/2010 greifen bewusste Knicke und Falze die Bewegungen der Tänzer auf und erzeugen Licht- und Schattenpartien, die die Detailaufnahmen zusätzlich abstrahieren. Farbige Typografie-Elemente, die sich an diesen Knicken orientieren, ergänzen die neue Komposition. Von den Frankfurter Litfaßsäulen haben die Plakate längst Einzug in Museen und Wohnzimmer gefunden, manchmal entdeckt sie Markus Weisbeck sogar sonntagabends in der populären Krimiserie Tatort im Fernsehen – und freut sich.
Schrift-Bilder zwischen Kunst und Design
Aber gelegentlich wechselt der Designer auch die Seiten oder die Mittel, um seine Ideen zu visualisieren. Im Sommer 2009 präsentierte die Krome Galerie in Berlin die erste Einzelausstellung mit seinen grafischen Arbeiten. Bei „Do the stars need a reason to shine“ verwendete er literarische Texte, poetische oder absurde Worterfindungen und Sätze eines verstorbenen Freundes, die er typografisch im Stil der Popkultur der späten Achtzigerjahre und frühen Neunzigerjahre als „Schrift-Bilder“ auf großformatigen Holzdisplays visualisierte.
Mit Surface zählt Markus Weisbeck im Kontext von darstellender und bildender Kunst, Architektur, Kultur und Ausstellungen zu den international stilprägenden Designern unserer Zeit.
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Dr. Bettina Becker ist Kulturwissenschaftlerin.
Sie lebt und arbeitet als Dozentin und Autorin in Kassel.
Copyright: Goethe-Institut e. V., Online-Redaktion
November 2009
Haben Sie noch Fragen zu diesem Artikel?
Schreiben Sie uns!
online-redaktion@goethe.de
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