Kaviar Gauche – Luxus und Avantgarde

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Mit femininer Avantgardemode ist Kaviar Gauche in kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten jungen Labels in Deutschland geworden. Seit Frühjahr 2008 gibt es neben der Luxuslinie auch eine exklusive Kollektion für Karstadt.
Das Verhältnis der Berlinerin zur Mode kann generell als unkonventionell, unkompliziert und vor allem als "low budget" beschrieben werden. Ein Attribut trifft darauf sicher nicht zu: luxuriös. Trotzdem stand für Alexandra Fischer-Roehler (32) und Johanna Kühl (27), als sie nach dem Abschluss der Modeschule Esmod im glamourfernen Berlin ihr eigenes Label gründeten, fest: "Wir machen keine Streetwear, sondern wir wollen ins Luxussegment". "Guerilla"-Aktion in Paris
Inzwischen ist auch in Berlin etwas Glamour angekommen, aber damals orientierten sich die zwei jungen Modemacherinnen von Anfang an nach Paris. Doch wie kann man sich ohne Geld und ohne Kontakte, nur mit einem alten Golf und innovativen Kreationen gerüstet, bei der Pariser Fashionweek präsentieren? Sie mieteten eine Wohnung nahe der Edelboutique Colette, hängten Lautsprecher aus den Fenstern, veranstalteten eine Modenschau und schafften es tatsächlich, dass wichtige Leute ihre Kollektion sahen, darunter der Trendscout des New Yorker Nobelkaufhauses Barneys. Und ihre Kleider waren so gut, dass Barneys orderte und Kaviar Gauche in den Modemagazinen hoch gelobt wurden.
"Wie haben uns mit der ersten Kollektion ein Fundament geschaffen, aus dem wir immer wieder schöpfen", sagt Alexandra Fischer-Roehler über diese Anfangsphase. "Dabei haben wir uns nicht an Verkaufbarkeit orientiert, sondern es ging darum, etwas ganz Eigenes zu gestalten."
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Pixel-Romantik
Auf die Guerilla-Aktion in Paris folgte eine Kollektion, eine Messe, eine Modenschau nach der anderen. Bisher hatten sie keine Zeit, über Erfolg nachzudenken. "Wir machen einfach", sagt Alexandra Fischer-Roehler. Ihre ebenso feminin-eleganten wie modernen Entwürfe hängen neben denen von Chloe und Stella McCartney und werden vor allem in Japan und Deutschland, aber auch in Frankreich, Italien, USA und Kuwait verkauft. Schauspielerinnen wie Heike Makatsch und Charlize Theron tragen Kaviar Gauche auf dem roten Teppich. Und die zwei Designerinnen haben inzwischen viele internationale Preise gewonnen, zuletzt im Juli 2007 bei der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Sie bekamen den New Generation Award für ihre Sommerkollektion 2008, die - wieder geht es um organische und funktionale Elemente - unter dem Leitmotiv Pixel-Romantik Natur und Technik kombiniert. Aus stahlgrauer Seide sind zart geraffte Blütenornamente entstanden, Schuppenkleider in zarten Farben schmiegen sich an die Trägerinnen, die Gürtel bestehen aus kleinen Pixeln.
Der New Generation Award wird von Karstadt gestiftet und bedeutet vor allem eines: Die Gewinnerinnen entwerfen eine Kollektion für die Tophäuser der Kaufhauskette. Damit sind Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler in einer völlig neuen Situation: Sie gestalten keine Ideen, sondern Tragbarkeit. Und das ist ihnen gar nicht so unrecht. "Wir hatten vorher schon darüber nachgedacht, Kaviar Gauche noch mehr in Richtung Couture zu entwickeln und außerdem eine günstigere Linie für unsere jungen Kundinnen zu machen", sagt Fischer-Roehler. Die Chance haben sie jetzt. Im Frühjahr wird die exklusiv für Karstadt entworfene Kollektion zu kaufen sein, der Name steht noch nicht fest. Und damit soll sich auch für Alexandra Fischer-Roehler und Johann Kühl etwas ändern. Bislang entwerfen sie zwar eine Luxuslinie, arbeiten in ihrem großen Altbauatelier aber unter ausbaufähigen Bedingungen. Die Auftragslage steigt so stark, dass sie dringend ein paar Angestellte brauchen. Dann können sie sich ganz aufs Design konzentrieren. Stefanie Dörre |



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