Junge deutsche Modefotografie
Die Modefotografie-Szene in Deutschland ist in Bewegung geraten – Markus Ebner, Chefredakteur des Modemagazins „Achtung“, stellt zehn dieser jungen Fotografen und Fotografinnen vor.
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Joachim Baldauf |
Kira Bunse |
Marcus Gaab |
GregorHohenberg |
Markus Jans |
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Florian Kolmer |
Fergus Padel |
Isabel AshaPenzlien |
Heji Shin |
Christiane Wöhler |
Vor allem in der internationalen Kunstwelt gilt Fotografie aus Deutschland als Nonplusultra und Fotografen wie Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Demand, Thomas Struth, Wolfgang Tillmans oder Candida Höfer sind angesehene Stars, die Höchstpreise erzielen, Museen füllen und andere Medien beeinflussen. Ihr Einfluss geht auf das Schaffen des Düsseldorfer Ehepaars Bernd und Hilla Becher zurück, die viele der genannten Fotografen ausbildeten und international für ihre Fotografien von Industriebauten und Fachwerkhäusern renommiert sind. Spricht man aber über deutsche Modefotografie dann wird es recht still. Nach F. C. Gundlach gab es keinen von Deutschland aus arbeitenden Modefotografen von Rang, der auch international geschätzt wurde.
Renommierte Leute wie Peter Lindbergh, Ellen von Unwerth, Juergen Teller und viele andere sind im Ausland wohnhaft und veröffentlichen ihre Produktionen auch dort. Für ein Land, in dem Fotografie ein Ausbildungsberuf ist, eigentlich überraschend, doch das Terrain wird eindeutig von Amerikanern, Franzosen und Engländern bestimmt. In der Vergangenheit von Fotografen wie Richard Avedon aus New York, Guy Bourdin aus Paris und David Bailey aus London – heute sind es Namen wie Steven Meisel, Patrick Demarchelier und Craig McDean, die die Szene dominieren und die wichtigsten Magazinveröffentlichungen wie zum Beispiel in der italienischen und amerikanischen Vogue und Werbekampagnen für Häuser wie Gucci, Dior und Prada fotografieren.
Diese Entwicklung hat natürlich damit zu tun, dass es in Deutschland keine eindeutige Modestadt gibt, wie London oder Paris es sind. München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin streiten sich um einen solchen Titel und ziehen so Talente an und auch wieder ab. Auch gab es außer Jil Sander und Wolfgang Joop lange Zeit nicht viele namhafte Modedesigner, die auch international auf sich aufmerksam gemacht haben. Deutschland war immer mehr ein Land, wo Mode Konfektion bedeutet, man für die Masse produziert und nicht Klasse macht. Sprich: wir sind eher gewohnt die Mode bei den anderen zu sehen und so hat sich bis jetzt noch keine aus Deutschland kommende Modefotografie etabliert, die auch international geschätzt wird.
Das ändert sich nun. Mit Berlin als inoffizieller Modehauptstadt sind viele junge Fotografinnen und Fotografen nach Lehrjahren im Ausland in ihre Heimat zurückgekehrt, um das brachliegende Feld der Modefotografie zu kultivieren.
ist Chefredakteur des Modemagazins „Achtung“.
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Januar 2008








Joachim Baldauf








