Preisträger 2003

Das Goethe-Institut setzt sich seit Jahrzehnten weltweit für den deutschen Dokumentarfilm ein, der wie kaum ein anderes Medium ein Abbild der heutigen Gesellschaft ist. Auf der 27. Duisburger Filmwoche vergibt das Goethe-Institut erstmalig einen Preis für einen Dokumentarfilm, der sich zur Vermittlung eines differenzierten Deutschlandbildes einsetzen lässt.
Der diesjährige Preis geht an Für den Schwung sind Sie zuständig von Margarete Fuchs
D 2003 | Beta
Synopse
Ulrich Müthers Häuser wirken, als kämen sie aus der Zukunft in unsere Gegenwart geflogen. In Wirklichkeit kommen sie aus der DDR. Der experimentierfreudige Ingenieur aus Binzl Rügen, zauberte Gebäude aus Beton, die sich zwischen den Einheitsplattenbauten ausnahmen wie Schmetterlinge.
Die DDR war stolz, so etwas Schönes hatte der große Bruder im Osten nicht, und im Westen konnte man damit Devisen verdienen. So baute Müther mit seinen Bauarbeitern nicht nur von Rostock bis Dresden, sondern auch in Helsinki, Wolfsburg und Tripolis, vor allem Kuppeln für Planetarien.
Sein Vater gründete schon in den 20er Jahren die Baufirma, mit der Müther seine eigenwilligen Bauwerke ohne große Umwege selber umsetzen konnte. Begleitet wurde er seit 1962 durch einen festen Stamm von Arbeitern.
Drei Bauarbeiter und Ulrich Müther sind die Hauptfiguren des Films. Sie erzählen von den Anfängen, der Aufbruchsstimmung in den 60er Jahren, dem Bauen im Ausland, den Veränderungen durch die Wende und ihrem Leben heute.
Jurybegründung
Der Film dokumentiert auf eine ausgewogene und sachliche Weise ein Stück ostdeutscher Architektur- und Sozialgeschichte und bewahrt sie vor dem Vergessen. Dabei bleibt er nicht in der Vergangenheit stehen, sondern schafft einen aktuellen gesamtdeutschen Kontext. Gesellschaftliche, politische und individuelle Gegebenheiten werden einfühlsam durch die handelnden Menschen vermittelt und nicht durch eine aufgesetzte Analyse. Darin liegt die Unmittelbarkeit und Stärke des Films.
Der Preis ist mit 2.000 EU dotiert. Zusätzlich wird der Film angekauft, mit englischen, französischen und spanischen Untertiteln versehen und den Goethe-Instituten weltweit zur Verfügung gestellt.
7. November 2003, die Jury: Antje Looks, Sofia Michailidou, Marlies Pfeifer, Susanne Ponn-Raßmann, Gisela Rueb, Frank Werner







