Forschung und Technologie

Jugend forscht

Der Wettbewerb „Jugend forscht“ richtet sich an junge Menschen bis 21, die sich für Naturwissenschaften, Mathematik und Technik interessieren. Der Film begleitet in einer Reportage ein junges Forscherteam zu einem Landeswettbewerb und zeigt, wie Jugendliche, aber auch Schule und Gesellschaft von dieser Art der Nachwuchsförderung im Bereich Naturwissenschaften profitieren.

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Autor: Dirk Kämper
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Das im Film begleitete Forscherteam beschäftigt sich mit dem Thema Plasmakristalle. Ein Beispiel, das zeigt, wie anspruchsvoll Forschung bei „Jugend forscht“ sein kann. Denn bei Plasmakristallen handelt es sich um Mikropartikel, die sich, unter ganz bestimmten Bedingungen in ein Plasma eingebracht, zu kristallinen Strukturen ordnen und dabei frei im Raum über einer Elektrode schweben. Eines der ersten Experimente der Internationalen Raumstation ISS beschäftigte sich mit diesen Kristallen und in Deutschland gibt es nur zwei Großforschungseinrichtungen – das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching und die Christian-Albrechts–Universität in Kiel – die sich mit diesem Thema befassen. Die Arbeit mit Plasmakristallen ist einerseits Grundlagenforschung, sie findet praktische Anwendungen aber auch im Bereich Nanotechnologie und Elektronik. So zeigen mit Plasmakristallen beschichtete Solarzellen einen doppelt so hohen Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen Zellen.

Der Wettbewerb „Jugend forscht“ erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. 1965 als Aufruf des Verlegers Henri Nannen (Magazin Stern) ins Leben gerufen, ist „Jugend forscht“ seit 1975 eine Stiftung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt wird. Die Schirmherrschaft hat der Bundespräsident. Ziel ist es, Jugendliche langfristig für diese Themen zu begeistern und über den Wettbewerb hinaus in ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen.

Teilnehmen können Jugendliche bis 21 Jahre. Schüler, die noch keine 16 sind, nehmen am Juniorwettbewerb „Schüler experimentieren“ teil. Der Wettbewerb selber wird in drei Stufen abgehalten. Alle Teilnehmer stellen ihre Arbeiten auf den Regionalwettbewerben vor. Wer hier gewinnt, wird zum Landeswettbewerb eingeladen, über den es dann schließlich zum Finale, dem Bundeswettbewerb, geht. Mehr als 2.000 Fach- und Hochschullehrer sowie Experten aus der Wirtschaft bewerten die Arbeiten. Insgesamt werden Geld-, Sach- und Sonderpreise im Wert von 900.000 Euro vergeben. Zu den begehrtesten Auszeichnungen gehören Forschungsaufenthalte im In- und Ausland, Praktika und Präsentationen auf Fachmessen.

Mehr als 100 Unternehmen und Verbände führen die Wettbewerbe durch und stiften Preise. Darüber hinaus sind rund 5.000 Fachlehrer aus den Schulen ehrenamtlich als Betreuungslehrer, Wettbewerbsleiter und Juroren tätig.
Goethe-Institut e. V. 2003
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