Musik

Hot Schrott

Der Beitrag „Hot Schrott“ stellt eine ungewöhnliche Musikband vor. Ihre Mitglieder sind Hamburger Jugendliche aus sozial schwachen Familien. „Hot Schrott“ ist ein Projekt der Hamburger Bürgerstiftung und soll die Jugendlichen vor einem „Abrutschen“ in die Gewalt- und Drogenszene bewahren. Bilder von Osdorf, einem Hamburger Stadtteil und sozialer Brennpunkt, visualisieren die Lebenssituation der Jugendlichen. Interviews mit den Jugendlichen, ihrem Bandleader sowie dem Initiator der Hamburger Bürgerstiftung runden den Beitrag ab.

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Die Band „Hot Schrott“ besteht aus zehn Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren vom Osdorfer Born. Dieser Hamburger Stadtteil gilt als sozialer Brennpunkt. Dort wohnen Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, oft unterprivilegierter Schichten. Das Leben wird häufig von Arbeitslosigkeit und Alkohol bestimmt, und die Betreuung der Kinder kommt meistens zu kurz.

Unter Anleitung des Musikers Christian von Richthofen treffen sich die Jugendlichen jeden Dienstag und Donnerstag, um gemeinsam Musik zu machen, besser gesagt zu trommeln. Denn „Hot Schrott“ ist eine reine Percussion-Band. Der besondere Clou dabei: Alle „Instrumente“ haben die Bandmitglieder von Schrottplätzen aufgesammelt und unter Anleitung des Bandleaders zu funktionsfähigen Schlagzeugteilen umgebaut. So dient zum Beispiel eine Aluleiter als blechernes Glockenspiel; die alte Plastiktonne als Kesselpauke; alte Verkehrsschilder, leere Plastikflaschen und Waschmittelkartons sind in ausrangierten Einkaufswagen so installiert, dass sie den Sound eines Schlagzeug-Sets imitieren. Die Jugendlichen wirbeln mit Besenstielen, Löffeln und Bürsten. Mit ihren Auftritten bei Stadtteilfesten, im großen Festsaal des Hamburger Rathauses und in der legendären Hamburger „Fabrik“ feierten sie ihre ersten Erfolge.

Die musikalische Untermalung des Stummfilm-Klasikers „Panzerkreuzer Potemkin“ hat „Hot Schrott“ vor kurzem sehr erfolgreich in einem großen Hamburger Kino gestaltet.

„Hot Schrott“ wurde 1999 gegründet und ist das erste Projekt der Hamburger Bürgerstiftung. Diese gemeinnützige Initiative versucht Jugendliche vor einem „Abrutschen“ in die Gewalt- und Drogenszene zu bewahren.

Inzwischen hat die Bürgerstiftung in Hamburg eine Reihe weiterer Projekte ins Leben gerufen, so zum Beispiel „Sport gegen Gewalt“ oder das Projekt „Musica Altonale“, das Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit des kostenlosen Musikunterrichts auf klassischen Instrumenten anbietet.

Mit der Bildung von Jugendparlamenten begleitet die Bürgerstiftung junge Menschen bei der Übernahme politischer Verantwortung.

Die Hamburger Bürgerstiftung, vor vier Jahren gegründet, konzentriert sich vor allem auf Jugendprojekte in sozialen Brennpunkten, der Prävention von Gewalt und der Erziehung zu demokratischem Handeln.

Bürgerstiftungen sind in Deutschland eine relativ neue Organisationsform gemeinnützigen Handelns (seit 1996). Sie finanzieren sich ausschließlich durch private Spenden, sind dadurch unabhängig und verfolgen prinzipiell caritative Zwecke.

Vorbild sind die in den USA schon länger existierenden „community foundations“.
Goethe-Institut e. V. 2004
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