Panorama

Im Vorwärtsgang – Frauenfußball in Deutschland

Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2005 ist die deutsche Frauen-Fußball-Nationalmannschaft auf Platz eins der Fifa Weltrangliste gerückt. Tina Theune-Meyer, bei dem Gewinn der sechs Europameisterschaften und der Weltmeisterschaft Trainerin der Nationalmannschaft, erklärt den Erfolg mit verbesserten Strukturen.

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Autor: Peter Behle
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Eine weitere Erklärung ist das Zusammenwachsen des ostdeutschen und des westdeutschen Frauenfußballs. Die beiden erfolgreichsten Vereinsmannschaften der letzten Jahre aus Frankfurt am Main und Potsdam stellen das Gros der Nationalmannschaft. Monika Staab, Präsidentin des 1. FFC Frankfurt, erinnert sich, wie sie als Spielerin die Anfänge des Frauenfußballs erlebte und verweist auf die Weltfußballerin und fünffache Spielerin des Jahres Birgit Prinz.

Bernd Schröder, Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam, beschreibt den Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball. Beide Vereine kümmern sich intensiv um die Nachwuchsarbeit. Turbine pflegt eine Zusammenarbeit mit der Sportschule Potsdam, die bisher als einzige Frauenfußball anbietet. Frankfurt hat die erste Mädchen-Fußball-Schule gegründet, damit der deutsche Frauenfußball in Zukunft erfolgreich bleibt.

So selbstverständlich Frauen und Mädchen heute Fußball spielen, so verpönt war dies viele Jahre. Lange dauerte der dornenreiche Weg zur öffentlichen Anerkennung. Vorbei ist die graue Vorzeit, als einem Frauen-Fußballspiel Jahrmarkt-Atmosphäre angehängt wurde. Das tragende Element ist neben dem Spaß am Fußballspiel die Ernsthaftigkeit, es möglichst perfekt zu beherrschen, die Lust, auf diesem sportlichen Weg die Kräfte und das Können zu messen. Erst 1970 beschloss der DFB, Frauenfußball in seine Satzung aufzunehmen und zu fördern.

Die Gründung der Bundesliga 1997 förderte die Konzentration der Kräfte. Exzellente Vorarbeit, was die Popularität des Frauenfußballs angeht, hatte in den Jahren zuvor die Nationalmannschaft geleistet. Nach 1989, 1991, 1995, 1997 und 2001 holte sie am 19. Juni 2005 durch einen 3:1-Finalsieg gegen Norwegen im englischen Blackburn zum sechsten Mal den EM-Titel. Am 13. Oktober 2003 hatte das Nationalteam in Carson (USA) erstmals den WM-Titel durch ein 2:1 im Finale gegen Schweden geholt. Rekordmeister in der Bundesliga ist mit fünf Titeln der 1. FFC Frankfurt (1999, 2001, 2002, 2003, 2005), der 2002 auch den UEFA-Pokal gewinnen konnte. Dieser Erfolg gelang 2005 auch dem 1. FFC Turbine Potsdam, der 2004 als Deutscher Meister in die Frankfurter Phalanx eingebrochen war.

Der 1. FFC Frankfurt, als SG Praunheim/Frankfurt gegründet, präsentierte als erstes Bundesliga-Team ein professionell orientiertes Konzept, das neben dem finanziellen und sportlichen Aufschwung auch den gesellschaftlichen Erfolg zum Ziel hatte. Monika Staab verabschiedete sich nach elf Jahren erfolgreicher Arbeit als Trainerin und steckt nun alle Kraft in ihre Aufgaben als Vorsitzende, sportliche Leiterin und Initiatorin der FFC-Mädchenfußballschule.

Der 1. FFC Turbine blickt auf eine 30-jährige Geschichte zurück. 1971 gründete Bernd Schröder in der Betriebssportgemeinschaft Turbine Potsdam die Abteilung Frauenfußball. Bis 1990 spielte die Mannschaft in der DDR-Oberliga. 1999 gründete sich aus der Frauenfußballabteilung der 1. FFC Turbine Potsdam. Bereits 1995 begann die Zusammenarbeit mit der Sportschule Potsdam im Olympiastützpunkt. Mit diesem Modell trägt man der Nachwuchsarbeit Rechnung. Mittlerweile werden jährlich bis zu zehn talentierte Nachwuchsfußballerinnen aufgenommen.
Goethe-Institut e. V. 2005
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