Politische Kultur

Im Land des Anderen – Die Spracharbeit des Goethe-Instituts

Im europäischen Einigungsprozess spielt das Thema Sprache eine zentrale Rolle. Sprache ist die Basis jeglicher Integration. In einem türkisch-deutschen Verbundprojekt erlernen türkische Religionsattachés und Landräte an den Goethe-Instituten in Ankara, Berlin und Schwäbisch Hall die deutsche Sprache und erhalten durch begleitende Programme der Goethe-Institute oder Berufspraktika Einblicke in die deutsche Kultur und Verwaltung.

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Autoren: Albert Knechtel, Felix Sorger
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„Verstehen ist eine Reise im Land des Anderen“ schrieb der türkische Dichter Fazil Hüsnü Dağlarca. Wie das gehen kann, zeigt das Goethe-Institut in seiner Spracharbeit: einander verstehen, um voneinander zu lernen. Zehn Religionsattachés und sieben Landräte aus der Türkei unternehmen mit dem Goethe-Institut die Reise im Land des Anderen – nach Deutschland in die Mitte Europas. Seit Jahren laufen die Verhandlungen über einen möglichen Beitritt der Türkei in die Europäische Union. Nach wie vor wird das Thema kontrovers diskutiert.

Vor diesem Hintergrund hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem türkischen Innenministerium, dem türkischen Religionsamt und dem deutschen Auswärtigen Amt eine viel beachtete Initiative gestartet. Türkische Religionsattachés und Landräte lernen Deutsch und setzen sich auf diesem Weg mit Europa auseinander.

Sprache ist die Basis jeder Integration. Am Beispiel der Goethe-Institute in Ankara, Berlin und Schwäbisch Hall macht der Film deutlich, wie sich junge Türken mit europäischen Werten und Strukturen vertraut machen. Süleyman Tenger ist 28 Jahre alt, kommt aus Antalya im Süden des Landes und arbeitet in der Hauptstadt Ankara im Ministerium für Religionsangelegenheiten. In Berlin möchte er sein Studium fortsetzen, seine Dissertation schreiben und eventuell später dort auch arbeiten.

Am Goethe-Institut in Ankara hat er die zentrale Mittelstufenprüfung abgelegt. In die deutsche Hauptstadt ist er zusammen mit neun anderen Religionsattachés Anfang 2007 zum Intensivkurs gereist. Das Besuchsprogramm des Goethe-Instituts intensiviert die „Reise im Land des Anderen“ durch offizielle Termine, zum Beispiel im Auswärtigen Amt oder im Bundesministerium des Innern, und durch kulturelle Aktionen, wie eine Führung durch den Berliner Bezirk Kreuzberg oder den Besuch eines Fußballspiels: Hertha BSC gegen Hamburger SV. Eine Sprache zu lernen ist wie das Eintauchen in eine fremde Kultur. So beschreibt es Süleyman Tenger.

In Schwäbisch Hall bekommen türkische Landräte Einblick in politische Strukturen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene und machen sich so mit den Verwaltungsstrukturen vertraut. Praktika im Landratsamt und in der Stadtverwaltung von Schwäbisch Hall sind ebenso Bestandteil des Aufenthalts wie Exkursionen nach Stuttgart, Berlin und Straßburg. Neben Deutsch lernen sie auch Deutschland und Europa kennen. „Europa zu lernen“, sei das zentrale Ziel, meint der Leiter des Schwäbisch Haller Goethe-Instituts, Peter Panes. Beim Karnevalsbesuch in Ellwangen oder bei der Kaffeerunde mit „Mama Goethe“ Inge Häfner erleben die Studenten Sprache zum Anfassen. Denn erlebte Landeskunde erleichtert das Verständnis der fremden Kultur.
Goethe-Institut e. V. 2007
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