Filmarchive in Deutschland

Archive, Museen, Kinematheken

Es gibt in Deutschland kein gewachsenes nationales Filmarchiv. Einer der Gründe für dieses Defizit dürfte in der föderalistischen Struktur zu suchen sein: die Kultur gehört in die Kompetenz der Bundesländer. Hinzu kommt, dass das filmische Erbe des Dritten Reichs zersplittert ist: zahlreiche Filmbestände wurden nach Kriegsende in die UdSSR und die USA abtransportiert. Die Spielfilmbestände des ehemaligen Reichsfilmarchivs, das 1934 eingerichtet worden war, gingen an das Staatliche Filmarchiv der DDR (und sind erst nach der Wende einer gemeinsamen Archivierung zugänglich).

Während in der DDR ein zentrales Archiv geschaffen werden konnte, das Staatliche Filmarchiv, blieb die Einrichtung von Kinematheken in der BRD interessierten Bundesländern und Städten überlassen (Hessen, Berlin, München). 1978 wurden einige Aufgaben zwischen dem Bundesarchiv Koblenz, der Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin und dem Deutschen Institut für Filmkunde - DIF in Frankfurt/Wiesbaden aufgeteilt, um gemeinsam die Aufgaben einer zentralen deutschen Kinemathek zu erfüllen. Daraus ist inzwischen ein Kinematheken-Verbund geworden, in dem zum Beispiel den deutschen Film betreffenden Archivprobleme erörtert werden.

Zur Verwertung aller DEFA-Filmproduktionen wurde 1999 die DEFA-Stiftung gegründet.

Berlinale Talent Press