Eine zweite Welle von Festivalgründungen fiel in das Ende der 70er und den Beginn der 80er Jahre. Die Entwicklung des Fernsehens und neuer Medien hatte die Kinolandschaft vergleichsweise eintönig gemacht. Immer weniger anspruchsvolle Filme internationalen Zuschnitts erreichten immer weniger Kinos. An diesem Defizit an Filmkultur hat sich bis heute nicht viel geändert. Noch immer finden neue internationale Filme aus anderen Ländern als den USA keinen Verleih oder kommen allenfalls in kleinen Auflagen (Kopienzahlen) in wenige Kinos. Doch hat ein interessiertes Publikum in vielen größeren und mittleren Städten inzwischen die Möglichkeit, bei Festivals und Filmwochen ein breites Angebot an Filmen zu sehen. Die Zahl der deutschen Städte, die sich heute ein eigenes Festival leisten, geht weit über einhundert hinaus.
Auch in den neuen Bundesländern ist die Festival-Landschaft vielfältig. Bereits zu DDR-Zeiten bestehende Festivals wurden mit veränderten Konzepten weitergeführt, neue kamen dazu.
Einzelne Festivals stellen regelmäßig neue deutsche Produktionen in Schwerpunkt-Programmen vor: Berlin (die Reihe Neue Deutsche Filme), Hof, Saarbrücken (erste Spielfilme), München (nachwuchs-orientiert), Duisburg (Dokumentarfilme), Oberhausen (Kurzfilme).
Fast alle Festivals veröffentlichen Kataloge. Zu einzelnen Reihen/Retrospektiven/Schwerpunkten werden außerdem nicht selten Bücher publiziert, im Eigenverlag oder in Kooperation mit Buchverlagen. Oft sind Festival-Veröffentlichungen zweisprachig, deutsch und englisch.







