Die tradierten Festivals

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Die "Westdeutschen Kurzfilmtage" (heute: Internationale Kurzfilmtage) wurden 1954 von Hilmar Hoffmann ins Leben gerufen, dem damaligen Leiter der Volkshochschule, und entwickelten sich unter ihm zur international renommierten Tribüne für den Kurzfilm, bei der viele später berühmte Filmemacher ihre ersten, kurzen Filme vorstellten. Hoffmann unternahm den - in der Bundesrepublik der späten 50er Jahre riskanten - Schritt, das Festival für Filme aus den sozialistischen Ländern zu öffnen und damit das 1958 eingeführte Motto "Weg zum Nachbarn" zu legitimieren. Filme aus sozialistischen Ländern bildeten lange Jahre einen Schwerpunkt. Auch für (west)deutsche Filme wurden die Kurzfilmtage wichtig. 1962 verkündeten 26 junge Filmemacher das "Oberhausener Manifest", das den Beginn des Jungen (später: Neuen) Deutschen Films markierte. In den 60er und 70er Jahren, unter Hoffmann und seinen Nachfolgern Will Wehling und Wolfgang Ruf, kam ein Interesse für die Dritte Welt (zunächst vor allem Lateinamerika) hinzu. Angela Haardt und der heutige Leiter Lars Henrik Gass bezogen zunehmend neue Medien ins Programm ein (mit einem besonderen Akzent auf Musik-Videos).

"Die gleichberechtigte Behandlung von Video in den Wettbewerben seit Anfang der 90er Jahre, die anhaltende Beschäftigung mit Werbe- und Industriefilm und die Einführung des weltweit ersten Festival-Preises für ein Musikvideo aus Deutschland, des MuVi, Ende der 90er Jahre gelten unter Kennern der Szene als absolut richtungsweisend und innovativ."

Neben dem internationalen Wettbewerb gibt es einen deutschen Wettbewerb, für den sich insbesondere Filmhochschulen, Medienhochschulen und Kunsthochschulen interessieren. Zudem gibt es einen internationalen Wettbewerb für Kinder- und Jugendfilme (den einzigen in Deutschland). In Sonderprogrammen werden thematische Zusammenhänge geschaffen.

Ein Filmmarkt bietet Fachbesuchern die Möglichkeit, sich einen Eindruck über die weltweite Kurzfilm-Produktion zu verschaffen.

Träger des Festivals sind die Stadt Oberhausen und das Land Nordrhein-Westfalen.

Termin: Ende April / Anfang Mai.

Zusammen mit der "Arbeitsgemeinschaft Kurzfilm" betreiben die Kurzfilmtage ein elektronisches Kurzfilm-Magazin, www.shortfilm.de.

Literatur

O. is for Oberhausen / Weg zum Nachbarn ist der Titel einer zweisprachigen Dokumentation (englisch/deutsch) von Ronald und Dorothea Holloway, 1979 aus Anlaß der 25. Westdeutschen Kurzfilmtage erschienen.

Wilhelm Roth: Dreißig Jahre Oberhausen. Eine kritische Retrospektive. Laufen, Oberhausen 1984.

Reinhard W. Wolf, Expertise zur Situation des deutschen Kurzfilms. Herausgegeben von den Internationalen Kurzfilmtagen und dem Filmbüro Nordrhein-Westfalen, 1998. Bezug über die Kurzfilmtage.

Links zum Thema

Berlinale Talent Campus 2012