Literaturen – das Journal für Bücher und Themen

Trotz vieler Unkenrufe in den Medien hat die Zeitschrift Literaturen es geschafft, sich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren und neue Maßstäbe zu setzen.
Im September 2000 erschien die erste Ausgabe von Literaturen mit einer Startauflage von 80.000. Ein Risikoprojekt in einer Zeit, in der Literaturzeitschriften ums Überleben kämpfen und die Zahl der Leser eher ab- als zunimmt.
Die Herausgeberin Sigrid Löffler ist eine der bekanntesten Literaturkritikerinnen Deutschlands. In den 90er Jahren war sie Feuilletonchefin der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit. Öffentlich bekannt wurde sie als Mitstreiterin in der Kritikerrunde des "Literarischen Quartett", eine der populärsten Kultursendungen im ZDF, zu der auch Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek gehörten. Das "Literarische Quartett" erreichte in den 90ern Kultstatus und hatte enormen Einfluss auf den Buchmarkt und das Kaufverhalten der Zuschauer. 2001 wurde die Sendung eingestellt.
Literaturen weitet den Blick auf Bücher
Literaturen ist eine Zeitschrift für eine breite Leserschaft. Sie nähert sich dem Kosmos der Bücher in vielfältiger Weise: in lebendigen und anspruchsvollen, nicht nur akademischen Rezensionen, mit Hintergrundberichten, in Portraits, Essays, literarischen Reportagen, regelmäßigen Kolumnen und Kalendarien. Und mit Fotos und Bildern, die nicht nur eine illustrative Funktion haben. Sie werden in die Artikel integriert, erzählen eigene Geschichten, die mit dem Thema korrespondieren."Literaturen weitet den Blick auf Bücher – über die herkömmliche Kritik hinaus", hieß es im Editorial des ersten Heftes. Bereits der Titel verrät: Der Plural ist hier Programm - Belletristik, Sachbuch und vieles mehr aus der Welt der Literatur. Aber es geht nicht darum, wie oft in den Feuilletons der Tageszeitungen, möglichst viele Bücher zu rezensieren. Nicht im Mainstream rudern, sondern Trends entdecken, Schwerpunkte setzen, komplexe Zusammenhänge herstellen, Orientierung in der unübersehbaren Flut der deutschsprachigen und internationalen Neuerscheinungen geben – das macht den Kern von Literaturen aus.
Für den Leser ist das besonders spannend – die unterschiedlichen Genres oder Bereiche werden nicht unabhängig voneinander betrachtet. Der Themenschwerpunkt des jeweiligen Heftes schlägt einen großen Bogen und lässt andere Verknüpfungen zu, öffnet den Blick für neue Sichtweisen. Der Horizont ist breit: da geht es beispielsweise um "Biographien – Leben & Legenden", "Science & Fiction", "Europa – Schöne alte Welt", "Elfriede Jelinek und der Nobelpreis" oder "Wozu Klassiker?" – eben um alles, was die (literarische) Welt bewegt.
Unabhängig und kritisch
Literaturen erscheint im Friedrich Berlin Verlag, der u.a. auch die Kulturzeitschriften "Theaterheute", "opernwelt", "ballettanz" und "leib & leben" herausbringt. Ein Glück für Literaturen ist nicht nur, dass dieser Verlag die Kompetenz, das Know-how und ein breites Vertriebsnetz für Zeitschriften besitzt, sondern auch, dass dort keine Bücher verlegt werden. Das macht Literaturen weitgehend von Marketing und "Mainstream-Publishing" unabhängig. Aus diesem Grund, und auch wegen der erfreulich hohen Verkaufsauflage, kann sich Literaturen eine Literaturkritik leisten, die ihrem Namen Ehre macht.Literaturen erscheint 10-mal im Jahr, für die Monate Januar/Februar und Juli/August gibt es ein Doppelheft.
Die Autorin ist freie Journalistin und lebt in Frankfurt am Main.
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Februar 2005










