Die erste Pflicht des Kritikers – zum Tod von Marcel Reich-Ranicki (19.09.2013)
Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist am 18. September 2013 im Alter von 93 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.
Marcel Reich-Ranicki war viele Jahrzehnte der wohl bedeutendste deutsche Literaturkritiker. Er war gleichermaßen geachtet und gefürchtet für seine direkte Art und scharfzüngige Kritik. In einem Interview sagte er einmal: „Aufrichtigkeit ist die erste Pflicht des Kritikers.“
Dem am 2. Juni 1920 in Polen geborene Sohn einer jüdischen Familie gelang 1943 die Flucht aus dem Warschauer Ghetto. Seit 1958 lebte er in Deutschland und machte sich bei der Wochenzeitung Die Zeit als Kritiker einen Namen.
1988 leitete er die Literaturredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Im gleichen Jahr begann er, die Sendung Literarisches Quartett im ZDF zu moderieren. Fast 14 Jahre lang besprach er hier auf unterhaltsame Weise Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. Die öffentlichen Kontroversen mit namhaften Schriftstellern wie Günter Grass oder Martin Walser unterstrichen seine Bedeutung als Kritiker. Bis kurz vor seinem Tod hatte Reich-Ranicki eine Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
dpa/Patrick Schütz
Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
September 2013
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September 2013









