Zeitschriften

Von Alfonz bis Zack – Comic-Zeitschriften in Deutschland

Gemütlich auf der Couch liegen und lesen, mit dem Finger über das Papier streichen und den Geruch der Druckfarbe riechen: Wer deutsche Comic-Zeitschriften, Fanzines und Magazine liest, wird erstaunt sein über deren Vielfalt. Die Hefte informieren und unterhalten und zeugen von viel Engagement, Fachwissen und Begeisterung. Ein kleiner Überblick von A bis Z:

Alfonz

Alfonz – Der Comicreporter / Reddition

Alfonz – Der Comicreporter Ein guter Reporter ist überall dabei, macht sich aber nicht gemein mit einer Sache. In diesem Sinne informiert Alfonz über Neuheiten, Serien, Verlage und bietet Hintergründe zu Zeichnern oder Themen. Das A4-formatige Magazin widmet sich nicht nur Comics, sondern auch Mangas und Cartoons aus Europa, den USA oder Asien. Herausgeber und Autor Volker Hamann hat sich mit dem Magazin, das seit 2012 erscheint, einen Jugendtraum erfüllt. Die Hefte verstehen sich als Ergänzung zur Zeitschrift für Graphische Literatur – Reddition, die bereits seit 1984 erscheint und ausführliche Dossiers zu einzelnen Zeichnern oder Themen bietet – wie zum Beispiel über die „Nouvelle Ligne Claire“ oder „Comics und Kinderbücher“.

Ort: Barmstedt
Herausgeber: Volker Hamann, Matthias Hofmann
Erscheinungsweise: vierteljährlich

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Ausgezeichnet!

Ausgezeichnet!

Ausgezeichnet!Was denken Illustratoren und Comic-Künstler über ihre Arbeit? Welches Werkzeug benutzen sie? Und warum haben sie sich für ihr Metier entschieden? – Wer sich intensiv mit der Lebensgeschichte und Einstellung einzelner Illustratoren und Comic-Zeichner beschäftigen möchte, wird in diesem Magazin fündig. Die Hefte enthalten Interviews und Reportagen sowie Kurzcomics – unter anderem von Künstler wie Andy Fischli, Jerzovskaja, Sascha Wüstefeld oder Ulf S. Graupner.

Ort: Basel (Schweiz)
Herausgeber: Boris Zatko und Beni Merk
Erscheinungsweise: einmal jährlich

    Comix und Comixene

    Comix und Comixene


    Comix, JNK-Verlag Zwei Comic-Magazine, die sich ergänzen: Neue Comics kennenlernen und schöne Geschichten lesen - das bietet das Magazin Comix. Das Heft bietet vor allem Vorabdrucke von Comicserien deutscher Zeichner und enthält Rezensionen.



    Comixene, JNK-Verlag Comixene berichtet über aktuelle Ereignisse und Trends der Comicszene. Die Titelgeschichten des A4-formatigen Fachmagazins reichen von den Superhelden über Mangas bis hin zu Comicfilmen. Außerdem werden Comic-Künstler porträtiert, Bücher rezensiert und Ausstellungen vorgestellt. Alle zwei Jahre dient das Heft als offizieller Katalog des Comicsalons Erlangen und enthält dann ausführliche Informationen zu Ausstellern und Händlern, Verlagen, Künstlern und Veranstaltungen. Das erste Heft erschien 1973, seit 2003 wird Comixene im JNK-Verlag publiziert.

    Ort: Lehrte
    Herausgeber: Martin Jurgeit, Jörg Krisman und Claudia Nobst
    Erscheinungsweise: 6 Mal im Jahr
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    Electrocomics

    Electrocomics

    ElektrocomicsDie deutsch-englische Online-Plattform für Comics, Graphic Novels und Cartoons wurde von der Illustratorin Ulli Lust 2005 ins Leben gerufen.
    Die Comic-Strips im PDF-Format können kostenlos heruntergeladen werden. Die Liste der Künstler kann sich sehen lassen. Vertreten sind zum Beispiel Katharina Greve, Joe Sacco, Ulrich Scheel. 2006 erhielt electrocomics den Sonderpreis des Interessenverbands Comic (ICOM) für eine bemerkenswerte Comicpublikation.
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    Epidermophytie

    Epidermophytie

    EpidermophytieEin Magazin aus Berlin, skurril und originell, weshalb es die Macher selbst gerne als „Underground“- oder „Punk-Magazin“ bezeichnen – schließlich bedeutet Epidermophytie nichts anderes als „Fußpilz“. Inhaltlich geht es um Wimmelbilder und Biersorten, Mumien und Lederhosen, Blut und Sperma oder den Sinn des Lebens. Zum festen Zeichnerstamm gehören aha, Jakob Mebes, Mawil, Rolf Noelte, Benjamin Fitzenreiter und Kenichi Kusano.

    Ort: Berlin
    Erscheinungsweise: unregelmäßig

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    Jazam

    Jazam

    JazamDie „Independent-Comic-Anthologie“ wurde 2006 von fünf Zeichnern ins Leben gerufen. Ihre Absicht: deutschsprachigen Nachwuchskünstlern eine Plattform für Comics zu bieten. Einmal pro Jahr erscheint ein dickes Heft im A5-Format zu einem Thema – zum Beispiel Märchen, Monster, Götter, Zeit, Nachtleben, Traffic Jam. Jeder Band enthält bis zu 40 Geschichten. Im Anhang werden die Künstler kurz vorgestellt. 2011 wurde das Heft mit dem Sonderpreis des Interessenverbands Comic ICOM für eine „bemerkenswerte Publikation“ ausgezeichnet.

    Ort: Mainz Herausgeber: Adrian vom Baur, Nico Simon
    Erscheinungsweise: Einmal jährlich

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    Moga Mobo

    Moga Mobo

    Die Künstlergruppe Moga Mobo versteht ihr gleichnamiges Magazin als künstlerische Spielwiese: Hier können ungewöhnliche Ideen realisiert und neue Formate ausprobiert werden. Seit 1994 produzieren Titus Ackermann, Thomas Gronle und Jonas Greulich die Hefte, die bundesweit kostenlos in Comicläden verteilt werden. Mal erscheint ein Adventskalender mit 24 Geschichten. Oder es geht auf Reisen, und Künstler aus Südkorea oder Taiwan beteiligen sich an dem Heft.

    Ort: Berlin
    Herausgeber: Titus Ackermann, Thomas Gronle und Jonas Greulich
    Erscheinungsweise: unregelmäßig

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    Mosaik

    Mosaik

    Mosaik Steinchen für Steinchen VerlagAbenteuerliche Geschichten lesen und dabei etwas Lernen – so lautet die Kurzformel der handlichen Mosaik-Hefte. Das erste Heft erschien bereits 1955 und gilt damit als ältester Comic deutscher Produktion. Die Unglaubliche Reise der Abrafaxe, so der Untertitel der Zeitschrift, führt die drei koboldartigen Figuren Abrax, Brabax und Califax mal als Ritter auf eine mittelalterliche Burg, dann als Passagiere auf hohe See oder als Kosmonauten ins Weltall. Im Mittelteil des Heftes bekommen die jungen Leser historisches Wissen anschaulich vermittelt.

    Ort: Berlin
    Erscheinungsweise: monatlich
    Herausgeber: Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag

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    Oh!

    Oh!

    Oh!Ein feines, kleines Heft mit einer bezaubernden Geschichte, die gemeinsam von einer Künstlergruppe entwickelt und realisiert wurde. Die erste Ausgabe mit Farbcover und schwarz-weißem Inhalt erschien 2012 zum Thema „Der Sinn des Lebens“. Das Heft bekam den ersten Preis beim ersten Wettbewerb für Comic-Zeitschriften „Comic-Clash“, an dem sich bundesweit insgesamt 18 Heftproduktionen beteiligten.

    Ort: Online
    Erscheinungsweise: einmal jährlich
    Herausgeber: Asja Wiegand, Caroline Ring, Lew Bridcoe und Christoph Mathieu

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    Orang

    Orang

    OrangEin Magazin so dick wie ein Buch und so abwechslungsreich wie eine Zeitschrift. Zwar hat jedes Heft ein Thema, doch unterscheiden sich die Beiträge stark in Stil, Machart und Darstellungsform. Das Ergebnis: Ungewöhnliche Geschichten zwischen Illustration und Comic, Graphic Novel und Cartoon. Orang wurde 2009 als „bemerkenswerte Publikation“ mit dem Sonderpreis des Interessenverbands Comic (ICOM) ausgezeichnet. Das Magazin, ursprünglich ein Studentenprojekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, erscheint seit 2002 beim Berliner Comicverlag Reprodukt.

    Ort: Berlin, Hamburg Herausgeber: Sascha Hommer, Arne Bellstorf
    Künstler: Arne Bellstorf, Moki, Line Hoven, Anke Feuchtenberger, Sophia Martineck, Paul Paetzel, Ana Albero, Carolin Walch, Aisha Franz, Anna Haifisch, Marijpol,...
    Erscheinungsweise: unregelmäßig

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    Renate

    Renate

    Im Jahr der Wende 1989 beschlossen Atak, CX Huth und Peter A. Bauer, das „wildeste Comicfanzine zu machen, das sie sich vorstellen konnten“. Ein Jahr später erschien Renate, eine nackte Frau mit Totenkopf zierte die Titelseite. Die kleinen Hefte werden mit einfachen Mitteln produziert und tragen Titel wie Renate auf dem Lande oder Schöne Autos, schnelle Frauen.

    Ort: Berlin
    Herausgeber: Renate Bibliothek
    Erscheinungsweise: unregelmäßig

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    Senfgurke

    Senfgurke

    Es begann als Projekt sieben befreundeter Kommilitonen der Düsseldorfer Fachhochschule –und erscheint inzwischen regelmäßig in Form eines Magazins. Motto: Eine gute Geschichte oder eine interessante Herangehensweise ist wichtiger als ein „schön ausgearbeiteter Comic“, so die Herausgeber. Jedes Heft enthält rund 20 Geschichten - und neue Talente sind immer willkommen.

    Ort: Düsseldorf
    Herausgeber: Mirko Röper
    Erscheinungsweise: halbjährig 

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    Spring

    Spring

    SpringWarum sind Frauen so wenig in der Comic-Szene bekannt? Das fragten sich Künstlerinnen aus Hamburg und Berlin, als sie 2004 Spring ins Leben riefen. Die monothematischen Hefte (mit Titeln wie Happy Ending, Verbrechen, Alter Ego, Garten Eden, Special Places, Wandlungen, Reineke Fuchs) bieten eine anspruchsvolle Mischung aus Illustration, Text und Bild – mit gesellschaftskritischen Geschichten, feinsinnigen psychologischen Studien, humoristischen Betrachtungen und skurrilen grafischen Experimenten. Alle Texte werden auch ins Englische übersetzt. 2010 erhielt Spring den „Sonderpreis der Jury für eine bemerkenswerte Comicpublikation“ des Interessenverbands Comic (ICOM).

    Ort: Berlin, Hamburg
    Herausgeberinnen: Sophia Martineck, Nina Pagalies, Anne Vagt, marialuisa (alias Maria Luisa Witte), Katrin Stangl, Romy Blümel, Ludmilla Bartscht, Katharina Geschwendtner, Almuth Ertl, Barbara Yelin, Stephanie Wunderlich, Carolin Löbbert und andere
    Erscheinungsweise: einmal jährlich

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    Strapazin

    Strapazin

    StrapazinEines der wichtigsten internationalen Foren für anspruchsvolle Comics: 1984 in München als Untergrundzeitschrift und Plattform für Comiczeichner gegründet, ist das Magazin bis heute ein unabhängiges Medium für internationale Comic-Kunst. Inzwischen werden die großformatigen, teils vierfarbig gedruckten Hefte mit hochwertigem Papier in Zürich publiziert. Es gibt keine Chefredaktion, sondern ein wechselndes Redaktionsteam, das jeden Beitrag in Szene setzt und ein feines Gespür für Typografie beweist. Die Hefte – mit Titeln wie Paradies, Meine Beschneidung, Comics aus China, On the road, Manga, Böse Geschichten – enthalten vier bis fünf Comicgeschichten, dazu kommen Rezensionen und kurze Beiträge von Gastautoren. Markenzeichen und zugleich Haupteinnahmequelle des Magazins sind die quadratischen Anzeigen, die von Comiczeichnern gestaltet werden und als Aufkleber in einer Auflage von 500 Stück an die Auftraggeber gehen.

    Ort: Zürich
    Herausgeber: 14 Autorinnen und Autoren
    Erscheinungsweise: Vierteljährlich

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    Strichnin

    Strichnin

    StrichninDas Hochschulmagazin der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg wurde von Professor Mike Loos 2006 ins Leben gerufen. Das bunte Heft im A5-Format dokumentiert die Ergebnisse des Fachbereichs Illustration und bietet den Studierenden die Gelegenheit, sich intensiv mit der Entwicklung und Produktion eines Themas zu beschäftigen. 2010 wurde das Heft auf dem Comicsalon mit dem Max-und-Moritz-Preis als „beste studentische Publikation“ ausgezeichnet.

    Ort: Augsburg
    Herausgeber: Professor Mike Loos
    Erscheinungsweise: unregelmäßig

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    Zack!

    Zack!

    Hochglanzcover, exklusive Comicgeschichten und ein professionelles Design sind die Markenzeichen des Magazins für europäische Comic-Kultur Zack!. Schwerpunkt der Hefte bilden die Leseproben von Comics aus dem franko-belgischen Raum, die noch nicht erschienen sind – und Lust machen auf mehr. Außerdem: Porträts und Kurzinterviews, Rezensionen und eine aktuelle Liste bundesweiter Comicläden.

    Ort: Berlin
    Herausgeber: Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag + Procom Werbeagentur GmbH
    Erscheinungsweise: Monatlich

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    Comic-Videos

    Mawil beim Zeichnen | Foto: Goethe-Institut Lettland
    10 lettische und deutsche Comic-Künstlerinnen und -Künstler lassen sich beim Zeichnen über die Schulter schauen.

    Comics im Baltikum

    © Thomas Wellmann
    Im Baltikum und in Deutschland zeigt sich die Comicszene vielfältig wie lange nicht. Wer sind die spannendsten Künstler, was die besten Titel?

    Der Erste Weltkrieg in Comics

    Tardi/Verney „Elender Krieg“ 1914-1919 | © Edition Moderne 2014
    Comic-Künstler setzen sich in ihren Werken mit der Geschichte des Ersten Weltkriegs auseinander. Ein Dossier über Geschichte in Bildern

    Comics in Kenia und Deutschland

    Die Welt der bunten Bilder – das Dossier „Comics“ stellt Künstlerinnen und Künstler aus Kenia und Deutschland sowie ihre Arbeiten vor.

    Comic-Transfer

    Comic-Autoren aus Europa und der arabischen Welt im Dialog

    Graphic Novels in der Schule

    Goethe.de/Polen lädt zum gemeinsamen Deutschlernen mit den Comiczeichnern Mawil und Birgit Weyhe ein.

    Dossier: Comic-Länder Deutschland und Belgien

    Goethe-Institut Belgien
    Die deutsche und belgische Comicszene und ihre wichtigsten Vertreter

    Dossier: Comics in Deutschland – Comics in Tschechien

    Nach der politischen Wende 1989 tankte die Comicszene in Deutschland wie in Tschechien neues Selbstbewusstsein.

    Weblog: CityTales

    Comic-Künstler aus Südostasien und Deutschland illustrierten „Stadtgeschichten“ – jeden Monat zu einem neuen Thema.