Autoren-Comics



Jens HarderHerzlichen Glückwunsch zum Comicpreis von Angoulême 2010. Was bedeutet er Ihnen?
Harder: Anerkennung – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ich tue ja jetzt exakt das Gleiche wie vorher. Nur habe ich ein Quäntchen mehr Vertrauen bekommen und weiß nun, dass meine Arbeit ein paar Leuten gefällt ...

Wie kam es zu dem Projekt „Alpha“?
Ich interessiere mich schon seit der Kindheit für Archäologie und Paläontologie, aber auch für Astronomie, Geologie, Biologie. Nach der Fertigstellung meines internationalen Erstlings Leviathan im Jahr 2004 wollte ich eine Geschichte angehen, die noch umfangreicher und gehaltvoller ist.

Da kam mir der Gedanke, meine alten Interessen für die Ur- und Frühgeschichte wiederaufzufrischen und als Comiczeichner und Illustrator visuell zu fassen. Die Bildideen dafür bekam ich von überall her: in erster Linie natürlich über Bücher, aber auch über Zeitschriften, Videos, Tipps von Freunden und Kollegen oder Reisen.

Der Band „Alpha“ hat 350 Seiten: Wie geht man bei so einem großen Projekt vor?

Gaaanz laaangsaaam. Erst habe ich einen groben Zeitplan in Milliarden-Jahre-Schritten aufgestellt, den ich dann während der ersten Monate der Recherche immer weiter verfeinerte – auf Millionen-Jahre-Abstände. Kein Witz! Dann habe ich kleine Storyboards der Seiten gezeichnet. Als Nächstes habe ich die ersten Seiten – den Urknall und die Entstehung unseres Universums – auf A3-Format reingezeichnet, getextet und gefärbt. Parallel dazu habe ich die folgenden Zeitalter skizziert und weiteres Material recherchiert.

Die Fragen stellte Rieke C. Harmsen.


Drei Buchseiten:

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