Cartoon/Humor

Sechs Fragen an Hauck & Bauer

Antje Kunstmann Verlag Hauck & Bauer sind Elias Hauck (Zeichnungen) und Dominik Bauer (Text), beide Jahrgang 1978. Sie veröffentlichen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der Titanic und in der Spiegel-Online-Rubrik Spam. 2010 erhielten sie den 2. Preis bei der Rückblende – einem deutschen Karikaturenwettbewerb.

Ihr stammt beide aus dem unterfränkischen Ort Alzenau. Welche Erinnerungen habt Ihr an die bayerische Heimat?

Wir haben uns in Alzenau erst recht spät kennen gelernt, also keine gemeinsame Kindheit verbracht. In unseren Erinnerungen stehen dann schon Biere vor uns. Alzenau ist eine sympathische, CSU-regierte Stadt mit Burg.

Heute wohnt einer von Euch in Berlin, der andere in Frankfurt am Main. Wie entstehen die Geschichten?

Der in Frankfurt, Dominik, denkt sich die Geschichten aus und schreibt sie auf und der in Berlin, Elias, zeichnet sie dann. Dazwischen unterhalten wir uns per Handy oder Mail über die Details. Nicht diskutiert wird allerdings, wenn einer von uns etwas nicht gut findet, sei es eine Idee oder eine Zeichnung, dann fliegt das sehr schnell raus.

Diashow Hauck und Bauer
Diashow

Was macht eine gute Karikatur aus?

Gut ist, wenn es lustig ist. Wenn dann noch etwas dazu kommt – dass der Leser sich erschrickt, berührt oder irritiert wird – ist es natürlich noch schöner. Der Humor in der Titanic, gerade auch der gezeichnete Humor, hat bei uns sicher ein paar Türen im Kopf geöffnet.

Welche Methode, einen Witz zu produzieren, funktioniert immer? Welche nie?

Eine sichere Methode kennen wir nicht. Würde uns auch nicht interessieren. Wie man andererseits ganz sicher gehen kann, dass niemand lacht, wissen wir seit Mario Barth auch nicht mehr.

Ihr zeichnet für Spiegel-Online, die Frankfurter Sonntagszeitung und das Satiremagazin Titanic: Unterscheiden sich die Aufträge je nach Medium?

Unsere FAS-Kolumne Am Rande der Gesellschaft machen wir seit zehn Jahren ohne jede Themenvorgabe, was ein Traum ist. Bei Spiegel-Online gibt es auch keine Vorgaben. Nur bei der Titanic vereinbaren wir mit den Kollegen Rattelschneck und Rudi Hurzlmeier ein Thema des Monats, das wir dann auf einer gemeinsamen Doppelseite („Hier lacht der Betrachter“) ausschlachten.

Welche Arbeiten wurden bislang in den Redaktionen aussortiert – und warum?

Man ahnt manchmal, warum gewisse Sachen nicht gedruckt werden, offiziell heißt es aber 'fanden wir nicht so lustig' – was ja auch okay ist. Für uns gibt es zumindest keine Tabuthemen. Lustig war mal, als wir in eine Sendung des Bayerischen Rundfunks ausdrücklich ein paar Witze mitbringen sollten, die für Ärger gesorgt hatten. Die Witze hat man aber dann aus Angst vor Ärger in der Sendung nicht gezeigt.

Dominik Bauer, Elias Hauck: Man tut, was man kann: Nix.
München: Antje Kunstmann Verlag, 2013. 152 Seiten.
ISBN 978-3-88897-876-0

Rieke Harmsen führte das Interview.


Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
September 2013

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