Cartoon/Humor

Sechs Fragen an: Oli Hilbring

Der Bochumer Cartoonist Oli Hilbring hat schon als kleiner Junge gezeichnet. Seit 2009 erscheint jeden Montag einer seiner Cartoons in der Fußballzeitung RevierSport. Wenn Hilbring nicht gerade Fußball schaut oder als Art-Director arbeitet, dann zeichnet er an seinen sprachwitzigen, manchmal auch derben oder bitterbösen Cartoons. In dem neuen Buch "Fiesbook - Die etwas anderen Statusmeldungen" hinterfragt Hilbring hintergründig den Umgang mit dem sozialen Netzwerk.

Du zeichnest seit vielen Jahren Cartoons für die Fußballzeitung RevierSport und diverse andere Magazine. Wie kommst Du auf die Ideen für die einzelnen Szenen?

Oli HilbringIm Grunde kommen die Ideen immer recht spontan. Bei den Fußball-Cartoons ist es allerdings so, dass es immer eine Nachbetrachtung des Bundesligaspieltages ist. Da wartet man darauf, dass irgendetwas für einen Cartoon Verwertbares in den Spielen passiert.

Was macht die Arbeit schwer, was ist schön daran?

Das Doofe ist halt, dass irgendwann Redaktionsschluss ist. Und bis zur Abgabe braucht man eine Idee – und dann muss das Ganze auch noch gezeichnet werden. Das Schöne am Cartoon-Zeichnen ist, dass ich alles machen darf. Hier und da bin ich politisch unkorrekt oder einfach nur albern.

Wie arbeitest Du? Welches sind Deine Lieblingstools am Computer?

Mein neuestes Spielzeug ist ein iPad, auf dem ich Ideen skizziere und grobe Entwürfe zeichne. Die Cartoons erstelle ich digital mit einem Zeichen-Display, die Bearbeitung mache ich mit dem Programm Photoshop.

Was macht einen guten Cartoon aus?

Ein guter Gag und eine knappe, verdichtete Umsetzung im Text und in der Zeichnung.

In deinem "Fiesbook" stellst du fiktive Personen vor - wie Dracula, Hannibal Lecter oder Indiana Jones. Wie hast Du die Figuren entwickelt?

Oli Hilbring: FiesbookIch habe nicht nur Figuren aus Film und Literatur, sondern auch aus dem richtigen Leben genommen - wie die Musiker Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer oder Keith Richards. Also Menschen, die es wirklich gibt. Spannend war es, die Charakterzüge und das Aussehen dieser Personen oder Figuren mit meinem Zeichenstil und den großen Nasen zu verbinden. Es hat mich selber gewundert, dass das irgendwie geklappt hat und man die Figuren recht gut wiedererkennt.

Wenn Du eine Statusmeldung über Dich selbst zeichnen müsstest - wie sähe die aus?

Oli Hilbring: Fiesbook - Die etwas anderen Statusmeldungen, Lappan Verlag 2012


Rieke Harmsen
Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion

März 2012
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