Der Mauerspringer (Teil 3)

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Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten, vor allem die zwischen den beiden Hälften Berlins, gilt als die am besten geschützte und am schwersten zu überwindende Grenze der Welt. Der Grenzring rund um Westberlin hat eine Gesamtlänge von 165 km; auf einer Länge von 106 km besteht dieser Ring aus Mauerplatten mit Rohrauflage, auf einer Länge von 55,1 km aus metallgestanzten Gitterzäunen. Entlang des Grenzrings stehen 260 Beobachtungstürme, in denen doppelt soviele Grenzer Tag und Nacht Wache halten. Verbunden sind die Beobachtungstürme durch eine asphaltierte Kolonnenstraße, die im Innern des Grenzstreifens verläuft. Eine sorgfältig geharkte Sandauflage rechts und links der Kolonnenstraße verbirgt Stolperdrähte, die bei Berühren Leuchtkugeln auslösen. Für den Fall, daß ein Unbefugter den Grenzstreifen betritt, stehen Jeeps der Grenztruppen bereit und Hunde, die an 267 Hundelaufanlagen im Einsatz sind. Der Zutritt zum Grenzstreifen von Osten her wird zusätzlich durch eine innere Mauer verwehrt, die in einem Abstand von unterschiedlicher Breite parallel zur äußeren Mauer verläuft. Am Fuß der inneren Mauer sind an zahlreichen Stellen Nagelbretter ausgelegt, deren 12 Zentimeter lange Stahlnägel einen Herunterspringenden buchstäblich festnageln. Die innere Mauer besteht zwar auf weite Strecken noch immer aus den Fassaden grenznaher Häuser, aber deren Türen und Fenster sind zugemauert. In den Kanälen unter der Erde wird die Grenze durch elektrisch geladene Gitterzäune gesichert, die nur der Scheiße beider Stadtteile freien Durchlaß gewähren.
Norwegische Übersetzung (PDF, 16 KB) ![]()
Schneider, Peter: Der Mauerspringer / Peter Schneider. - 7. Aufl. - Frankfurt am Main : Luchterhand Literaturverl., 1990. - 117 S.
(Sammlung Luchterhand ; 472)
ISBN 3-630-61472-8
S. 44-45










