Wolfgang Koeppen

Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus

Felix Keetenheuve, Bundestagsabgeordneter in der jungen Bundesrepublik Deutschland, ist Pazifist und Gegner des Parteizwangs. Deshalb kämpft er mit allen Mitteln gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der Beerdigung seiner Frau realisiert er das unwirkliche "Treibhausklima" Bonns, das all seine Bezüge zur Realität verloren zu haben scheint. Nachdem er sich schließlich die Niederlage in seinem Bemühen eingestehen muss, macht er einen letzten Spaziergang durch die damalige Bundeshauptstadt. Der Roman endet mit dem Freitod des Protagonisten, der sich mit einem Sprung von der Rheinbrücke das Leben nimmt.

Das Treibhaus (Teil 1)

Der Rhein schlängelte sich nun, ein gewundenes, silbernes Band, durch flache Ufer. Fern aus dem Frühdunst wölbten sich die Berge. Keetenheuve atmete die milde Luft, und schon spürte er, wie sehr sie ihn traurig stimmte. Verkehrsvereine, Fremdenlockbetriebe nannten das Land die rheinische Riviera...Mehr ...

Das Treibhaus (Teil 2)

Keetenheuve erstieg eine Fortifikation, den alten Zoll, er sah verwitterte alte Kanonen, die vielleicht noch gemütlich mit freundschaftlichen Klapsen als Gruß von Souverän zu Souverän auf Paris geschossen hatten, er sah schmächtige, nicht recht gedeihende, schwindsüchtige winkende Pappeln, und hinter ihm stand auf einem würdigen billigen Sockel Ernst Moritz Arndt in präzeptiver redseliger Haltung...Mehr ...

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