Frank Schätzing: Mordshunger. Köln Krimi
Frank Schätzing lässt Inspektor Cüpper den Mörder von Inka von Barneck quer durch Köln jagen.
Im Familien- und Bekanntenkreis scheint dabei jeder eine gesunde Antipathie gegen das Opfer gehegt zu haben, inklusive ihres Noch-Ehemannes Fritz und ihrer Tochter aus erster Ehe, Marion.
Nachdem Cüpper das linke Spiel des Mörders durchschaut hat, bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, um im Kölner Zoo einen weiteren Mord zu verhindern.
Im Familien- und Bekanntenkreis scheint dabei jeder eine gesunde Antipathie gegen das Opfer gehegt zu haben, inklusive ihres Noch-Ehemannes Fritz und ihrer Tochter aus erster Ehe, Marion.
Nachdem Cüpper das linke Spiel des Mörders durchschaut hat, bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, um im Kölner Zoo einen weiteren Mord zu verhindern.
Mordshunger. Köln Krimi

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| © Emons Verlag |
In seiner Ausbildung hatte er zu den besten Sprintern gehört, aber das war einige Jahre her. Zwischenzeitlich hatte er zu gut gegessen und zuviel getrunken. Als er die Riehler Straße entlanglief, spürte er schmerzhafte Stiche in den Seiten. Die Zoobrücke schien Lichtjahre entfernt zu sein.
Hätte er nur den Wagen nehmen können! Aber der Stand am Saturn, weil wieder mal nichts freigewesen war.
Verfluchtes Köln!
Keuchend erreichte er den Reichsberger Platz. Seine Schritte hämmerten im schnellen Stakkato auf den Asphalt. Er hörte Bremsen quietschen und wusste, daß es seinetwegen war.
Auch die nächste Ampel zeigte rot.
Ohne nach rechts und links zu sehen oder sein Tempo zu verlangsamen, fegte Cüpper über den Zebrastreifen.
Zoo
Der Mörder blieb stehen, irritiert. Der Messergriff unter dem Blazer drückte gegen seine Brust und erinnerte an ihn daran, daß ihm nur noch wenig Zeit blieb.
Seine Augen wanderten umher.
Rechts von ihm glotzten zwei Kasuare durch das mannshohe Gebüsch, zur Linken lag das Freigelände für die Hirsche und Okapis. Dann gabelte sich der Weg und führte an den Zebras vorbei um die Affeninsel herum, während er zur anderen Seite schmaler wurde und zwischen Bäumen verschwand.
Angestrengt versuchte er sich zu erinnern, wo es zu den Löwen ging. Ein paar Paviane begannen zu kreischen und jagten einander den Felsen hinauf. Warum hatte er nicht nach dem Weg gefragt? Aber dann wären sie auf die Idee gekommen, ihn noch zu ihr zu bringen. Nichts konnte er weniger gebrauchen als Publikum. Noch nicht.
Unsicher entschied er sich für links.
Keine fünfzig Meter entfernt fiel Marion plötzlich ein, daß Fritz sie nie besucht hatte. Wahrscheinlich kannte er den Zoo nur aus frühester Kindheit, wenn überhaupt. Er war nicht der Typ, der seine Freizeit zwischen Känguruhs und Brillenpinguinen zubrachte.
Sie warf einen Blick auf die Uhr. Zehn vor acht. Zeit, die Katzen für die Fütterung reinzuholen.
Andererseits, wenn Fritz sich verlief? Viele gingen an der Affeninsel in die falsche Richtung. Konnte nicht schaden, nachzusehen.
Schlendernd setzte sie sich in Bewegung.
Der Haupteingang! Cüpper erreichte den Kölner Zoo in einem Zustand, der jede Frage nach Kondition und Leistungsgrenze außer Diskussion rückte. Wenn er jetzt stehenblieb, würde er keinen Fuß mehr vor den anderen setzen können. Er würde auf der Stelle am Herzinfarkt sterben, seine Lungen würden platzen, seine Knochen auseinanderfallen.
Keuchend nahm er die Stufen zur offenen Tür des Verwaltungsgebäudes. Der verglaste Empfang war unbesetzt. Er schlitterte daran vorbei, in den angrenzenden Gang hinein und durch die Hintertür hinaus ins Reich der Bestien.
Schätzing, Frank: Mordshunger / Frank Schätzing. - Köln : Emons, 2003.
ISBN 3-924491-71-2
S. 215/216
ISBN 3-924491-71-2
S. 215/216









