die alarmbereiten
Magersucht und Klimakatastrophe, Amoklauf und Weltuntergang, alles jeden Tag neu und alles immer öfter live auf Twitter, im Fernsehen, in Blogs und iPhone-Filmchen. Der Grusel als Kitzel, der Alarm als Alltag: Die Österreicherin Kathrin Röggla beschreibt in ihrem neuen Buch „die alarmbereiten" eine Gesellschaft im permanenten Ausnahmezustand. Sie giert nach schlechten Nachrichten und ist ihrer zugleich wahnsinnig überdrüssig. Doch ein Tag ohne Hiobsbotschaft von toxischen Bankpapieren und klaffenden Haushaltslöchern, von bestochenen Politikern und tödlich verunglückten Busreisegruppen, von sensationellen Erdbeben, Orkanen und Tsunamis wäre gar kein Tag. (…) In Kathrin Rögglas ursprünglich als Hörspiel-Drehbuch entworfenen sieben Kurzgeschichten gehen die Katastrophen jedes Mal andere Wege zum immer gleichen Ziel. Meist in zumindest nachgestellter, Radio-kompatibler Dialogform, als atemlose Rollenprosa mit knappen dramaturgischen Anweisungen („danach, an der frischen luft“) oder Zeitangaben („jetzt“), und immer in konsequenter Kleinschreibweise entwirft die experimentierfreudige Autorin Szenen, die vollkommen überspitzt wirken, aber irritierend vorstellbar sind.Steffen Könau: „Mir hört ja niemand mehr zu“
© Frankfurter Rundschau, 10. März 2010
Kathrin Röggla
die alarmbereiten
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2009
ISBN 978-3-10-066061-9
die alarmbereiten
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2009
ISBN 978-3-10-066061-9










