Benjamin Stein

Die Leinwand

© C. H. Beck Verlag, München, 2010 Benjamin Stein: Die Leinwand © C. H. Beck Verlag, München, 2010Sie heißen Amnon Zichroni, Minsky, Jan Wechsler und Benjamin Stein, doch was diese vier Männer miteinander verbindet, weiß man erst, wenn man beide Seiten der Geschichte kennt. Und das ist hier ganz wörtlich gemeint: Dieser Roman heißt nicht ohne Grund "Die Leinwand", denn man kann ihn von vorn und von hinten zu lesen beginnen. Hinter jeder Seite des Schutzumschlags befindet sich also ein möglicher Ausgangspunkt für das Geschehen. Das Ende der erzählten Geschichte, der - wenn man so will - literarischen Fiktion ist also gleichzeitig deren Anfang und umgekehrt. Wie bei einer Leinwand, die immer wieder übermalt wurde, stößt man im Zuge seiner - archäologisch begriffenen - Lektüre auf immer neue Schichten von Wahrheit, so dass es eine letztgültige nicht geben kann. Wohl aber eine bevorzugte - und das ist die poetische Wahrheit. Der Autor Benjamin Stein, 1970 in Ostberlin geboren und jüdischer Herkunft, hat seine eigene Biografie zwar ganz offen zum Material gemacht in diesem Roman, der aber eben nicht allein vom Schicksal der erwähnten Männer einschließlich des Autors erzählt. (...) Er ist nämlich ein kleines Wunder, und das fängt schon bei der knappen, ausschnitthaften Schilderung einer Kindheit und Jugend in der DDR an.

Anke Westphal: „Die Sache mit der Identität“
© Berliner Zeitung, 18. März 2010

Benjamin Stein
Die Leinwand
C. H. Beck Verlag, München, 2010
ISBN 978-3-406-59841-8
Links zum Thema

Hörprobe   deutsch

(unterstützt von www.literaturport.de)