Anne Weber

Luft und Liebe

© S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2010 Anne Weber: Luft und Liebe © S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2010Wer den Spruch liebt, das Leben sei ein Roman, sollte hinzufügen: allerdings oft kein guter. „Die Wirklichkeit ist unter aller Kanone, sie hat das Niveau eines Groschenromans“ – so das Fazit in „Luft und Liebe“ – „und wer sich ihr ergibt, den zieht sie gnadenlos hinab in ihren Sumpf.“ „Luft und Liebe“ heißt der neue Roman der in Paris lebenden deutschen Schriftstellerin Anne Weber, 45, deren schmales, zwischen spröder Selbstbespiegelung und geistreicher Phantastik schillerndes Werk bisher eine Sache für Feinschmecker geblieben ist. Hauptfigur in „Luft und Liebe“ ist eine seit vielen Jahren in Paris lebende deutsche Schriftstellerin, Anfang vierzig, die sich, indem sie ein Buch schreibt, über eine nahezu vernichtende Liebesverblendung Rechenschaft zu geben versucht, über eine Liebeskatastrophe, so schmählich, als wäre Kleists Käthchen von Heilbronn auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. (…) Nach dem schmerzhaften Sturz aus allen Wolken braucht (das sei nicht verschwiegen) nicht nur die Erzählerin, sondern auch ihr Text ein Weilchen, um wieder auf die Füße zu kommen. Dann aber schwingt sie sich zu einer Aktion auf, die als höchst merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache gelten darf, und rettet sich zum Ende in einen unwiderstehlich heiteren, geradezu himmlischen Epilog.

Urs Jenny: „Sturz aus allen Wolken“
© Der Spiegel, 11/2010, 15. März 2010, S. 148

Anne Weber
Luft und Liebe
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2010
ISBN 978-3-10-091046-2
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