Die Erdbeeren von Antons Mutter

Der novellenartig angelegte Prosaband nimmt die Fäden von Hackers letztem Buch, „Alix, Anton und die anderen“, auf und setzt die ganz alltäglichen, ganz abgründigen Verstrickungen von vier Berliner „forty-somethings“ fort. Doch der erzählerische Gleitflug über die emotionalen Netzwerke führt nun heraus aus der Metropole, hinein in die Provinz. Dort, in Calberlah, wohnen Antons Eltern. Derweil Anton, Arzt in Kreuzberg, nach sinnentleerten Single-Jahren endlich die Frau für sein erträumtes Familienleben gefunden hat, kommen sich seine Eltern wegen Altersdemenz immer mehr abhanden. Gekonnt inszeniert Katharina Hacker beidseits die Engführung von Hoffnung und Verzweiflung, Glück und Enttäuschung. Und erweist sich ein weiteres Mal als Meisterin der Beschreibung menschlicher Destabilisierung. (…) „Die Erdbeeren von Antons Mutter“ ist ein schmales Buch für all den Stoff, den es hintergründig enthält. Vereinzelt mag dies zwar zu Szenen führen, die gefühlsmässig allzu aufgeladen sind. Aber in der Summe zeigt Katharina Hacker ihr Talent, das emotionale Wurzelwerk der Gegenwart auszuleuchten – mit den langsamen, forschenden Suchbewegungen einer Anthropologin sowie der sprachlichen Präzision und dramaturgischen Finesse einer herausragenden Literatin zugleich.Sibylle Birrer: „Im Wurzelwerk des Zusammenlebens“
© Neue Zürcher Zeitung, 14. August 2010
Katharina Hacker
Die Erdbeeren von Antons Mutter
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2010
ISBN 978-3-10-030064-5
Die Erdbeeren von Antons Mutter
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2010
ISBN 978-3-10-030064-5










