Das amerikanische Hospital

Es ist eine Geschichte, die jeder lesen kann, melancholisch grundiert, leichthändig erzählt, einfühlsam und zurückhaltend. Dabei sind die literarischen Mittel, die Michael Kleeberg einsetzt, um zwei Lebensläufe miteinander in Berührung zu bringen, keineswegs schlicht, sie spielen sich nur nicht in den Vordergrund. Aber man spürt ihr Walten, spürt, wie der Autor den Leser hineinlockt, indem er ihn einem Erzähler überantwortet, der zunächst recht elegisch von sich selbst spricht, von seinen Jahren in Paris, die schon eine Zeit zurückliegen. (…) Die Geschichte zwischen Hélène, einer zu Anfang des Romans dreißigjährigen Pariserin, und dem Amerikaner David Cote beginnt im November 1991 im Amerikanischen Hospital von Paris, einer Privatklinik in Neuilly am Boulevard Victor Hugo. Hélène ist voller Zuversicht und Hoffnung, sie ist nicht wirklich krank, sondern möchte nur ihr Lebensglück komplettieren. Da sie keine Kinder bekommen kann, hat sie sich mit ihrem Mann zur künstlichen Befruchtung entschlossen. Es ist der erste Behandlungstag. Gerade hat sie das Wartezimmer verlassen, da bricht direkt vor ihren Augen ein fremder Mann zusammen.Meike Fessmann: „Ernstfall für den Schutzengel“
© Süddeutsche Zeitung, 16. September 2010
Michael Kleeberg
Das amerikanische Hospital
DVA, München, 2010
ISBN 978-3-421-04390-0
Das amerikanische Hospital
DVA, München, 2010
ISBN 978-3-421-04390-0










