Alain Claude Sulzer

Zur falschen Zeit

© Verlag Galiani, Berlin 2010Alain Claude Sulzer: Zur falschen Zeit © Verlag Galiani, Berlin 2010 Es ereignet sich an einem Mittwochnachmittag bei der Betrachtung einer Fotografie, die schon seit Jahren in seinem Bücherregal steht. Das Bild lässt ihn plötzlich nicht mehr unberührt. „Das Gefühl eines grossen Verlusts, das ich beim Anblick dieses Bildes empfand, war neu und veränderte meine Wahrnehmung.“ Das Bild zeigt seinen verstorbenen Vater Emil Ott. Zu Hause wird nicht über ihn gesprochen. Die Mutter ist eine Künstlerin im Ausweichen vor sämtlichen Fragen, die den Vater betreffen. Der Sohn kennt weder die Todesursache noch die Todesanzeige des Vaters. Also begibt er sich auf Spurensuche. Langsam entsteht das Porträt einer Zeit, einer Familie und eines homosexuellen Mannes. (...) Alain Claude Sulzer greift mit dieser vertrackten Familiengeschichte eine in der Literatur oft verhandelte Frage auf: Wie gross ist der Einfluss der Familie auf die eigene Biografie? Der Sohn glaubt wissen zu müssen, woher er kommt, um herauszufinden, wohin er gehen will. (…) Dennoch ist Alain Claude Sulzers „Zur falschen Zeit“ ein packender, sprachmächtiger Roman über Identitätsfindung und den Einfluss der Gesellschaft.

Alexandra von Arx : „Eine Vatersuche und seine Selbstfindung“
© Neue Zürcher Zeitung, 25. September 2010

Alain Claude Sulzer
Zur falschen Zeit
Verlag Galiani, Berlin, 2010
ISBN 978-3-86971-019-8
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