Peter Wawerzinek

Rabenliebe. Eine Erschütterung

© Verlag Galiani, Berlin, 2010Peter Wawerzinek: Rabenliebe. Eine Erschütterung © Verlag Galiani, Berlin, 2010 Die Nachricht von misshandelten, verhungerten, ermordeten Kindern ereilt uns in regelmäßigen Abständen. Wir neigen dazu, derlei als beklagenswerte Abweichung vom Normalfall zu betrachten. Doch selten ist die Perversion keineswegs. Von einem perversen Fall, nämlich von seinem eigenen, erzählt der Schriftsteller Peter Wawerzinek in dem Roman Rabenliebe. Teile daraus hat er kürzlich in Klagenfurt vorgetragen und dafür den Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten – mit Recht, denn dieses 450 Seiten starke Buch ist das zum Himmel schreiende Dokument eines verratenen, verlassenen Kindes, und es würde uns nicht erschüttern, wäre es nicht zugleich ein literarisches Kunstwerk, in dem sich das erlittene Leid zu einer gewaltigen Klage auftürmt. Wir hören das Oratorium einer Muttersuche, das Lied von der Einsamkeit, vom Barmen um Zuwendung. Keine ordentliche Chronologie lesen wir, sondern tauchen ein in die Erinnerungsströme, in die Vergangenheits-
bilder einer von Grund auf verstörten Seele. Die Sprache wechselt zwischen nüchternem Bericht und träumerischen Fantasien, lyrischem Singen und zorniger Anklage.

Ulrich Greiner: „Der Schrei nach der Mutter“
© Die ZEIT, 19. August 2010

Peter Wawerzinek
Rabenliebe. Eine Erschütterung
Verlag Galiani, Berlin, 2010
ISBN 978-3-86971-020-4
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