Tschick
Gerade wird wieder geklagt, wie mittelmäßig der in der Mitte der Gesellschaft angesiedelte, vorwiegend realistische deutsche Roman der Gegenwart sei. Ja - aber warum lassen die klagenden Kritikerinnen und Kritiker dann so oft Autoren links liegen, die nichts mit diesem erzählerischen Mittelstand zu tun haben? Der träumerische, schräge, lustige und überaus liebevolle Roman „Tschick" von Wolfgang Herrndorf widerlegt das Gejammer. (….) Herrndorf, der 1965 geborene, sparsam produzierende, jedesmal überraschende Schriftsteller hat nach „In Plüschgewittern" und „Diesseits des Van-Allen-Gürtels" wieder ein Buch vorgelegt, das in die geläufigen Muster nicht passt. „Tschick" heißt es nach seiner Hauptfigur, dem russlanddeutschen Schüler Andrej Tschichatschow, und es schickt seine Leser hinaus aus den randstädtischen Wohnbezirken des neuen bürgerlichen Realismus auf eine Traumreise in ein verrücktes Ostdeutschland, die den alten romantischen Fahrten Tiecks oder Eichendorffs mit heutigen, gelegentlich amerikanisch anmutenden Mitteln folgt. Dieser Tschick ist eine erst geheimnisvolle, ja beunruhigende, am Ende rührende Gestalt, die kaum ein Leser vergessen wird.Gustav Seibt: „Adel auf dem Rade. Verführerin auf der Mülldeponie“
© Süddeutsche Zeitung, 13. Oktober 2010
Wolfgang Herrndorf
Tschick
Rowohlt Berlin, Berlin, 2010
ISBN 978-3-87134-710-8
Tschick
Rowohlt Berlin, Berlin, 2010
ISBN 978-3-87134-710-8
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Hörprobe - gelesen von Hanno Koffler

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