Legende vom Glück des Menschen
Das Glück? Oder dessen kleine Schwester, die Zufriedenheit? Was zählt im Leben? Ist es überhaupt möglich, zufrieden zu sein angesichts zweier Kriege, die noch den jüngeren Generationen über die Erinnerungen der Eltern und Großeltern ins Leben geschrieben sind? Um diese Fragen kreist der Debütroman von Peggy Mädler. Die im Jahr 1976 in Dresden geborene Autorin lotet in ihrem Buch „Legende vom Glück des Menschen“ auch die Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Erinnerns aus. Als Folie dienen ihr dabei nicht nur die beiden Weltkriege, sondern auch die deutsch-deutsche Vergangenheit.Ihre Protagonistin Ina Endes stößt nach dem Tod der Großmutter beim Ausräumen der Wohnung auf den Fotoband „Vom Glück des Menschen“ aus dem Jahr 1968. Dessen Herausgeber ist unter anderem Karl-Eduard von Schnitzler, als Chefkommentator des DDR-Fernsehens ein ebenso bekannter wie umstrittener politischer Journalist in der DDR. Beim Blättern überkommt die Enkelin ein Befremden. Das in diesem Band propagierte, von oben verordnete Glück ist ihr aus der Schulzeit in der DDR vertraut. Knapp 15 Jahre nach der Vereinigung stößt es sie aber längst ab. Diese Verstörung löst einen Prozess des Erinnerns der eigenen Familiengeschichte über drei Generationen aus.
Ulrike Heike Müller: „Überlass dein Glück nie den Chefkommentatoren“
© die tageszeitung, 17. März 2011
Peggy Mädler
Legende vom Glück des Menschen
Verlag Galiani Berlin, Berlin, 2011
ISBN 978-3-86971-032-7
Legende vom Glück des Menschen
Verlag Galiani Berlin, Berlin, 2011
ISBN 978-3-86971-032-7










