Seerücken
Auch in „Seerücken“ erweist sich der Schweizer als Meister des kleinen persönlichen Scheiterns, der privaten Katastrophe, die in der Welt wenig Aufsehen erregen wird. Einer Klavierlehrerin wird bei einem Vorspielen brüsk vor Augen geführt, dass es zur Konzertpianistin nicht reicht. Ein Pfarrer predigt in einer leeren Kirche. Ein Pärchen im Urlaub, sie angefressen, er der ausgelieferte Typ, stellt fest, dass die nervtötende Familie nebenan auf einmal ganz still ist. Während die beiden einen Ausflug machten, hat der Vater versehentlich eines der Kinder überfahren. Die Familie reist ab. Wir bekommen davon nur den leisen Teil mit, den Schrei des Vaters soll man aber in der ganzen Siedlung gehört haben. Die Beziehung des jungen Paars ist vorerst gekittet. „Der Lauf der Dinge“ heißt die Erzählung lapidar und von immerwährender Gültigkeit für die Geschichten Stamms. Fundamental ist die Wehrlosigkeit der meisten seiner Figuren gegenüber diesem Lauf.Judith von Sternburg: „Einsame Menschen“
© Frankfurter Rundschau, 16. März 2011
Peter Stamm
Seerücken
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2011
ISBN 978-3-10-075133-1
Seerücken
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2011
ISBN 978-3-10-075133-1
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