Marjana Gaponenko

Wer ist Martha?

© Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012Marjana Gaponenko: Wer ist Martha? © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012 Das Sprichwort vom Tod, der uns gewiss ist, zu kennen ist eine Sache. Was aber, wenn es ans Sterben geht? Nachdem er eines Sonntagnachmittags einen Unheil verkündenden Anruf entgegengenommen hat, spürt Luka Lewadski am ganzen Körper, dass er nun an der Reihe sein wird. (…) Vom ersten Moment an, in dem Lewadski die Todesbotschaft empfängt, bleibt der Roman ganz nah an dessen Innenleben, seinen Träumen und Gefühlen. Zugleich arrangiert Gaponenko in „Wer ist Martha?“ ihren Stoff so theatralisch und humorvoll, reichert sie ihn so geschickt mit detaillierten und skurrilen ornithologischen Recherchen an, dass Lewadskis Denken und Tun so singulär wie beispielhaft wirken, so glaubwürdig wie seine erste körperliche Reaktion auf den Anruf des Arztes. (…)
Marjana Gaponenko hat mit Luka Lewadski eine skurrile und eigenwillige Figur wie aus einer Erzählung von Isaak Babel geschaffen, einen kindlichen Greis, dessen letztes lebenslustiges Aufbegehren gegen den Tod Ausdruck in einer Sprache findet, die das Oszillieren aus Wachen und Traum, aus melancholischer Nostalgie und Hunger nach Leben ausbalanciert.

Beate Tröger: „Einmal noch Torte essen im Imperial“
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Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv, 24. Januar 2013

Marjana Gaponenko
Wer ist Martha?
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012
ISBN 978-3-518-42315-8
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