Eva Menasse

Quasikristalle

© Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2013Eva Menasse: Quasikristalle © Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2013 Eva Menasses Roman ist der Versuch, das Vergehen der Zeit selbst erfahrbar zu machen. (...) Darin liegt auch Menasses Kunst. Erst mal sieht das Buch nämlich aus wie vergnügliches, kluges easy reading, in einer geistreichen Sprache mit viel Bosheit und Wiener Schmäh. Die Raffinesse des Romans aber liegt ganz in seiner Konstruktion. Jedes Kapitel ist aus der Perspektive einer anderen Figur erzählt, und man braucht als Leser Zeit, bis einem klar wird, dass alle diese Blickwinkel um die Protagonistin Xane Mole kreisen. Ihr Leben wird erzählt, von der Kindheit, und wie mit den Kapiteln die Lebensphasen am Leser vorbeiziehen wie Wolken am Himmel, entsteht gleichsam im Rücken dieser prallen, gegenwartsgesättigten Lebensgeschichte die Melancholie der vergehenden Zeit. (…)
Besser als in „Quasikristalle“ lässt sich Erkenntnis und Vergnügen im deutschen Gegenwartsroman nicht abmischen. Leichtigkeit und Weisheit, Ironie und Melancholie halten sich die Waage. Man kann das auch Esprit nennen, ein Register, das im deutschen Stilhaushalt viel zu selten gezogen wird.

Ijoma Mangold: „Alles ist eitel“
© Die Zeit, 14. Februar 2013

Eva Menasse
Quasikristalle
Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2013
ISBN 978-3-462-04513-0
Links zum Thema

Hörprobe   deutsch

(unterstützt von www.literaturport.de)