David Wagner

Leben

© Rowohlt Verlag, Reinbek, 2013David Wagner: Leben © Rowohlt Verlag, Reinbek, 2013 Das Schaffen des Schriftstellers David Wagner ist ein Spiegelbild seiner selbst. Nicht weil es eine bloße Abbildung seines Lebens wäre, sondern weil Person und Werk dieselben Eigenschaften aufweisen. (…) Vor sechs Jahren bekam der Schriftsteller eine neue Leber transplantiert, Folge einer angeborenen Autoimmunhepatitis. Schon als Kind wusste der 1971 geborene Wagner, dass seine Leber nicht für ein Leben reichen würde. Über das Leben, für das sie schließlich reichte, und das, was ihm danach durch die Transplantation neu geschenkt wurde, hat er ein Buch geschrieben (…)
Wie klingt dieses Buch? So zum Beispiel: „Und, was hat dich hierhergebracht? Komm, neuer Bettnachbar, erzähl mir deine Geschichte. Und meine eigene, wie geht die? Was, wenn sie hier zu Ende ist? Plötzlich, ich liege ja bloß herum und habe Zeit, viel Zeit, darüber nachzudenken, sehe ich von hier aus so etwas wie ein Leben. Musste es erst fast vorbei sein, um das zu bemerken?“ Das Fragezeichen ist eines der Stilmittel, mit denen Wagner die Grenzen zwischen innerem Monolog des Erzählers und Selbstauskunft des Autors verwischt. (…)
Wagners Ideal beim Schreiben ist das eines Hungerkünstlers: verknappen, verdichten, verschwinden. Hier kommen Autor und Person, Leben und Kunst zur Deckung.

Andreas Platthaus: „Meine eigene Geschichte, wie geht die?“
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Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv, 21. Februar 2013

David Wagner
Leben
Rowohlt Verlag, Reinbek, 2013
ISBN 978-3-498-07371-8
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