Reinhard Jirgl

Nichts von euch auf Erden

© Carl Hanser Verlag, München, 2013Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden © Carl Hanser Verlag, München, 2013 Folgt man der Logik von Reinhard Jirgls Roman „Nichts von euch auf Erden“, und es ist praktisch unmöglich, das nicht zu tun, so bleiben der Menschheit noch 400 Jahre. Sie wird in dieser Zeit die Zerstörung ihres gewohnten Lebensraums, der Erde, weiter vorantreiben. (…) Auch wenn der Leser die Erde nicht wiedererkennen wird und den Mars nicht kennen kann, so erkennt er doch seine Mitmenschen. Während der Erzähler, in friedlicher Untätigkeit und frei von jedem Begehren in jenem Abendrot zum jungen Mann geworden, erst in der Hölle des Lagers begreift, wie der Mensch funktioniert. (…) Büchnerpreisträger Jirgl, der jahrelang an diesem Buch gearbeitet haben muss, will ja nicht nur ein Zukunftsszenario entwerfen, dessen Plausibilität und Fantasterei allerdings bodenlos aufregend sind. Sondern er hat auch die vollkommene Form dafür gefunden.

Der Blick nach vorne ist der Blick zurück. (…) Der ungeheuerlichste Clou dieses Buches ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass der Mensch über die Apokalypse offenkundig nicht berichten kann, da er sie nicht erlebt. Die Lösung, die Jirgl dafür findet, ist überwältigend und eine sensationelle Liebeserklärung an das Medium des Schriftstellers.

Judith von Sternburg: „Die letzten Jahre der Menschheit“
© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Rundschau GmbH, Frankfurt., 4. Juni 2013

Reinhard Jirgl
Nichts von euch auf Erden
Carl Hanser Verlag, München, 2013
ISBN 978-3-446-24127-5
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