Daniel Kehlmann

F

© Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013Daniel Kehlmann: F © Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013 In der schönen, leider nicht sehr häufig aufgegriffenen Tradition, sich ein Buch auszudenken und es in einem anderen Buch zu beschreiben, hat Kehlmann in „F“ einiges zu bieten. (…) Der Novelle vom Hypnotiseur-Besuch im Jahre 1984 folgt die Geschichte der Söhne am 8. August 2008, durch Rückblenden ergänzt. Martin ist ein ungläubiger Priester geworden. Seine wahre Bestimmung ist der Rubik-Würfel, auf die Meisterschaften, die es zur Überraschung der Zwillinge und des Lesers immer noch gibt, bereitet er sich akribisch vor. Iwan ist in der Kunstbranche tätig, ein Bereich, den Kehlmann schon in seinem frühen Roman „Ich und Kaminski“ (…) klug auf die Schippe nahm.
(...) Eric ist in der Finanzbranche tätig, so dass Kehlmann drei große gesellschaftliche Bereiche mit einer ordentlichen Portion Zynismus abhandeln kann. Das ist vor allem mit Blick auf die Finanzkrise beileibe schon geschehen, aber das Ausmaß, in dem Eric die Welt in sämtlichen Details nicht versteht, besticht hier von Neuem. (...) Selbstverständlich spielt Kehlmann mit unseren Erwartungen, unserer Bildung und Unbildung, der 38-Jährige, der ja selbst ein Ball des Schicksals ist, indem er für den Rest seines Lebens dem internationalen Bestseller „Die Vermessung der Welt“ hinterherschreiben wird. Er nimmt sich das Recht heraus, als Autor auch ein spottender Schlaumeier zu sein, der über den Dingen schwebt.

Judith von Sternburg: „Niemand kann es vorher wissen“
© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Rundschau GmbH, Frankfurt., 30. August 2013

Daniel Kehlmann
F
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013
ISBN 978-3-498-03544-0
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