Eugen Ruge

Cabo de Gata

©  Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013Eugen Ruge: Cabo de Gata © Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013 Ein Mann steigt aus. Er kündigt seine Wohnung, verschenkt sein Mobiliar, verabschiedet sich vom Vater, von der Tochter und sieht ein letztes Mal die Silvesterraketen am Himmel Berlins. Er packt den Rucksack, zählt seine Ersparnisse und steigt am Neujahrstag in den Zug nach Barcelona. Aber der Lebensüberdruss verlässt ihn auch hier nicht.(…) So nimmt er den Bus nach Süden, bis zu einem kleinen Dorf an der Küste Andalusiens: Cabo de Gata. (…) Der Mann ist am Ende. Die Frau hat ihn verlassen, die Stadt ist ihm verhasst, das Dasein verleidet. Nichts mehr hält ihn. Vor Jahren hat er seine wissenschaftliche Stellung aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Doch der angehende Autor leidet an einer Blockade, und sie verklingt auch in Cabo de Gata nicht, wo er, wie es am Ende heißt, „einhundertdreiundzwanzig Tage lang vergeblich versuchte, einen Roman zu schreiben“. (…)
Wie die Geschichte ausgeht, müssen wir hier nicht erzählen. Wie Eugen Ruges Geschichte ausging, ist bekannt. Nach Jahren gelang ihm der große Roman dann doch: In Zeiten des abnehmenden Lichts. Dafür bekam er 2011 den Deutschen Buchpreis. Dieser kleine Roman bestätigt die Auszeichnung.

Ulrich Greiner: „Viel Arbeit und wenig Fisch“
© Die Zeit, 6. Juni 2013

Eugen Ruge
Cabo de Gata
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013
ISBN 978-3-498-05795-4
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