Monika Zeiner

Die Ordnung der Sterne über Como

© Blumenbar Verlag, Berlin, 2013Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como © Blumenbar Verlag, Berlin, 2013 Klassisch und weitgehend zeitlos beschwört Zeiner die allenfalls beiläufig wahrnehmbare Tragik einer durchschnittlichen Existenz. Es geht um nicht viel mehr als die oft nachlässige, höchstens halb leidenschaftliche, aber erstaunlicherweise recht dauerhafte Liebe, die mit Freundschaft in Konflikt gerät. Es wird keine Gesellschafts- oder Generationendarstellung versucht, auch keine Gegenwartsdiagnose geliefert, kein SS-Mann wird begraben, und Alzheimer wie Krebstod spielen keine Rolle. Nur die geradezu altmodischen Verwirrungen zwischen drei bis sechs Menschen, die vor zehn Jahren etwas jünger waren, kommen zur Sprache in diesem Debüt. In der Erzählgegenwart ist Tom ein durchschnittlicher Berliner Konzertpianist um die vierzig, der gerade auf Wunsch seiner Frau Hedda von ihr geschieden wird. Immer mal wieder dreht es sich, nach sieben Jahre Ehe, um Sachen, die noch abgeholt werden müssen. Hedda geht dabei durch die ehemals gemeinsame Wohnung „wie eine Königin durch ein Leprakrankenhaus“. (…) Die Schilderung von Toms Verkommenheit ist das eigentliche Bravourstück dieses bewundernswert tiefsinnigen Unterhaltungsromans. Eine Genre-Überhöhung, wie es sie in Deutschland sonst kaum gibt.

Hans-Peter Kunisch: „Unendliche Dornbüsche“
© Süddeutsche Zeitung, 24. September 2013

Monika Zeiner
Die Ordnung der Sterne über Como
Blumenbar Verlag, Berlin, 2013
ISBN 978-3-351-05000-9
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