Das Lied der traurigen Mutter
Rotbuch Verlag, Berlin, 2007ISBN 978-3-86789-009-0
Es
ist ein alter Traum der Ideologen, Menschen wie Material einzuschmelzen
und in neue Formen zu gießen. Sauber ausgestanzte Existenzen mit
einheitlichem Kern wollte auch der Sozialismus in Rumänien produzieren.
Dabei standen die Kinder linientreuer Familien doppelt unter Druck,
denn Schule und Elternhaus gemeinsam setzten alles daran, sie zu „Neuen
Menschen” umzuformen. Ein Opfer dieser grausamen Operation am lebenden
Objekt war auch Carmen-Francesca Banciu, die 1955 als einziges Kind
einer Funktionärsfamilie in Lipova geboren wurde, in Bukarest studierte
und seit 1991 in Berlin lebt.
Francesca Banciu, Autorin von Romanen, Erzählungen und Essays, hat
ihre Jugend schon in dem autobiografischen Roman „Vaterflucht” (1998),
ihrem ersten auf Deutsch verfassten Buch, beschrieben. (...) Nach
diesem Buch über Funktionärsvater und Vaterland wendet sich Banciu in
ihrem neuen Roman „Das Lied der traurigen Mutter” einer nicht minder
komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung zu. Auch in dieses Buch sind
große Teile ihrer eigenen Lebensgeschichte eingeflossen.
Neue Zürcher Zeitung, 16./17. Februar 2008
Mit freundlicher Genehmigung der NZZ Online: www.nzz.ch









