Schläft ein Lied in allen Dingen
Was kann man Gutes über ein Filmbuch sagen? Dass es Lust auf Filme macht, natürlich. Dass man jede Szene, die darin beschrieben wird, sofort wiedersehen oder – besser noch – für sich entdecken möchte. Dass Liebe darin spürbar wird, aber eben nicht nur die alles verschlingende, konturlose, gallertartig wuchernde Liebe des cinephilen Sammler-Nerds – sondern auch Schärfe, Urteil, Abgrenzung, Hass. Dass die Texte dem Leser zu träumen erlauben, wie sonst nur das Kino es kann. Dass alles allzu Kurzlebige und allzu Kanonische, tausendmal Wiedergekäute endlich mal draußen bleiben muss. Dass ein Autor deshalb frei und unbeschwert aus dem Fundus der Filmgeschichte schöpft, aber dies doch mit einer Dringlichkeit, die unmittelbar auf den nächsten Tag gerichtet zu sein scheint. All das gilt für Dominik Grafs Textsammlung „Schläft ein Lied in allen Dingen”. Dass Graf zu jenen seltenen Regisseuren gehört, die ihre Kino-Leidenschaft auch präzise analysieren und artikulieren können, war aus seinen gelegentlichen Texten für die Süddeutsche Zeitung und die FAZ schon immer herauszulesen. Überraschend ist dann aber doch, dass diese verstreuten und thematisch scheinbar zufälligen Äußerungen sich nun derart schlüssig zu einem Ganzen zusammenfügen, zu einem Weltbild, einem Psychogramm, einem kaum verschleierten Selbstporträt.Tobias Kniebe: „Die volle Wucht des Mitgefühls“
© Süddeutsche Zeitung, 13. Januar 2010
Dominik Graf
Schläft ein Lied in allen Dingen
Alexander Verlag, Berlin, 2009
ISBN 978-3-89581-210-1
Schläft ein Lied in allen Dingen
Alexander Verlag, Berlin, 2009
ISBN 978-3-89581-210-1










