Die Vertreibung im deutschen Erinnern. Legenden, Mythos, Geschichte
Was war eigentlich die „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“? Und was versteht man unter „Vertreibung“? (…) Zu klären gibt es in der Tat vieles in Bezug auf die Zwangsmigration der Deutschen im Zuge des Zweiten Weltkriegs und dessen Folgen. Der besondere Anspruch der Autoren liegt in der komplexen Aufgabe, Ereignis und Erinnerung zusammenzubringen. Die immer wieder von Eva und Hans Henning Hahn vorgebrachte Formulierung dieses Anspruchs macht deutlich, woran es dem Vertreibungsdiskurs jahrzehntelang mangelte: Er war nicht ausreichend durch quellennahe, faktenorientierte Studien unterfüttert. Erst nach 1989 verbesserte sich, wenn auch zögerlich, die Forschungslage – vor allem dank zahlreicher Untersuchungen ostmitteleuropäischer Historiker. In Deutschland war und ist die Debatte um und über die Vertriebenen komplex und verwirrend zugleich: Als einen Prozess ohne Fortschritt deuten die Verfasser überspitzt den Umgang mit dem Thema der „Massenumsiedlungen“ in der Öffentlichkeit. So bildeten die hartnäckig sich behauptenden Legenden und Mythen, beispielsweise über einen immer wieder beschworenen „deutschen Osten“, den Stoff, aus dem bis heute die Forderungen der organisierten Vertriebenen nach „Wiedergutmachung“ sind.K. Erik Franzen: „Welcher ´deutsche Osten´?“
© Frankfurter Rundschau, 19. März 2011
Eva Hahn/Hans Henning Hahn
Die Vertreibung im deutschen Erinnern. Legenden, Mythos, Geschichte
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2010
ISBN 978-3-506-77044-8
Die Vertreibung im deutschen Erinnern. Legenden, Mythos, Geschichte
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2010
ISBN 978-3-506-77044-8










