Sachbücher – Gesellschaft, Biografien, Literatur- und Kulturgeschichte

Heinz Bude
Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen

© Carl Hanser Verlag, München, 2016 Heinz Bude: Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen © Carl Hanser Verlag, München, 2016„Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig“ - diesem Befund Kurt Tucholskys könnte der Kasseler Soziologe Heinz Bude bestimmt zustimmen. Schließlich dreht er in seinem neuen Buch, das mit 120 Seiten reiner Textlänge (ohne Fußnoten) recht handlich daherkommt, selbst die Schraube eine Umdrehung weiter. (…) Dazu wird zunächst eine Unterscheidung getroffen: Der Autor unterscheidet den „Antikapitalisten“ vom „Systemfatalisten“. Der Erste ist Teil der „Misstrauensgesellschaft“, kann sich weder zur Weltverneinung noch zu Weltbejahung entschließen, lehnt die Ökonomisierung ab, fühlt sich heimatlos und ist gern universell empört. Der Zweite ist viel entspannter. Er hat „die Idee eines vernünftigen Ganzen mit ehrbaren Kaufleuten, sozial verantwortlichen Unternehmern und starken Volksparteien längst aufgegeben“.
Im Spannungsfeld zwischen diesen Antagonisten gärt es. Auf der einen Seite Empörung über „eine Politik ohne Alternative, über Lügenpresse und Volksverdummer“, auf der anderen „die Normalität des Durchwurstelns, die Selbstreferenz der Massenmedien und die Relativität der Wahrheiten“. Die Unsicherheit, ob man in dieser Welt noch zu Hause sei, erhält keine befriedigende Antwort. Das drückt aufs Gemüt. Die Stimmung ist gereizt. Und an diesem Punkt will Budes Beweiskette ansetzen.

Hannes Hintermeier: „Wenn man nur wüsste, wie es weitergeht“
© Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. März 2016
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Heinz Bude
Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen
Carl Hanser Verlag, München, 2016
ISBN 978-3-446-25065-9
160 Seiten

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