Sachbücher – Gesellschaft, Biografien, Literatur- und Kulturgeschichte

Birgit Dankert
Michael Ende. Gefangen in Phantasien

© Lambert Schneider Verlag, Darmstadt, 2016 Birgit Dankert: Michael Ende. Gefangen in Phantasien © Lambert Schneider Verlag, Darmstadt, 2016Wer war Michael Ende? (...) Bisher liegt zu Endes Leben nur die Biographie vor, die ein Schulfreund verfasst hat, Peter Boccarius, und die noch dazu in dem Jahr aufhört, in dem Endes Erfolg beginnt: 1960. (Birgit) Dankert kann ihr Buch auf gründliche Recherchen stützen, die sie etwa zu Manuskripten und Briefen im Deutschen Literaturarchiv Marbach führten, zum Nachlass in der Internationalen Jugendbibliothek in München, in die Archive des Bayerischen Rundfunks und, nicht zuletzt, zu zahlreichen Weggefährten Endes... (...) Die wenigsten Schriftsteller ähneln den Figuren, die sie erfunden haben. Im Fall von Michael Ende ist der Unterschied dennoch überraschend. Dass er sich nie als Kinderbuchautor verstand, ist bekannt. Dass er sich als Märchenonkel unterschätzt fühlte, auch. Doch, um es freundlich auszudrücken, in seinem wirklichen Leben teilte er nur wenige Eigenschaften mit den aufgeräumten und gutmütigen Einzelgängern, die er seinen kindlichen Helden zur Seite stellte, wie etwa Lukas, den Lokomotivführer, oder Beppo, den Straßenkehrer. Schon deshalb stellt ihn der Erfolg, der 1960 mit der Veröffentlichung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ einsetzte, vor praktische Schwierigkeiten. Ende nämlich, der plötzlich zu einem gefragten Gast in Schulen, Kirchengemeinden, Buchhandlungen und Rundfunkhäusern aufstieg, musste nun, um vor seinen kleinen Lesern aufzutreten, „seinen Tagesrhythmus ändern und dem kindlichen Stundenplan anpassen“.

Julia Voss: „Viel Zeit verbringt er mit Computerspielen“
© Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Februar 2016
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Birgit Dankert
Michael Ende. Gefangen in Phantasien
Lambert Schneider Verlag, Darmstadt, 2016
ISBN 978-3-650-40122-9
320 Seiten

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