Sachbücher – Gesellschaft, Biografien, Literatur- und Kulturgeschichte

Jörg Magenau
Princeton 66. Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47

©  Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2016 Jörg Magenau: Princeton 66. Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47 © Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2016Die Idee, Princeton, diesen „verrücktesten Moment in der deutschen Literaturgeschichte seit 1945“ (F. C. Delius), als Schlüsselspiel der Gruppe 47 zu lesen, ist nicht neu. Ganze Germanistenbibliotheken wurden mit ihr vollgeschrieben. Und doch erhält die Partie in Princeton erst mit dem Büchlein von Magenau ihr eigenes, würdiges Stadionmagazin.

(…) Dass Magenau die drei Tage Princeton komplett „relive“ dokumentiert, stellt er nicht unklug aus, etwa, wenn er Richters Diktum zu Handke (in zwei Jahren vergessen) aufspießt. Oder aufzeigt, wie provinziell die Gruppe 47 auswärts blieb: Weder interessierten sich die deutschen Literaten und Kritiker für eine parallel in Princeton stattfindende Tagung, auf der Tom Wolfe und Allen Ginsberg zugegen waren. Noch suchten sie Kontakt zu einer Koryphäe wie Kurt Gödel. Magenaus Fazit: „Ihr Autismus glich dem des Logikers.“ Mit einer konzisen Mischung aus Anekdoten und Kontexten erzählt Magenau aus dem Princeton-Momentum heraus eine Gesamtgeschichte der Gruppe 47.

Marc Reichwein: „Und Handke schießt sein Tor“
© Die Welt, 13. Februar 2016

Jörg Magenau
Princeton 66. Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2016
ISBN 978-3-608-94902-5
223 Seiten

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